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Mad Sin

Art
Band
Gegründet
1987
Aktiv
Ja
Herkunft
Berlin
Land
Deutschland
Region
Berlin
Besetzung
Köfte de Ville (Gesang), Valle (Bass), Andy Kandil (Gitarre), Manny Anzaldo (Gitarre), KO Ristolainen (Schlagzeug)
Veröffentlichungen
Chills & Thrills in a Drama of Mad Sin & Mystery (1988), Distorted Dimensions (1990), Amphigory (1991), Break the Rules (1992), A Ticket into Underworld (1993), God Save the Sin (1996), ...Sweet and Innocent? ...Loud and Dirty! (1998), Survival of the Sickest (2002), Dead Moon's Calling (2005), Young, Dumb & Snotty (2005), 20 Years in Sin Sin (2007), Burn and Rise (2010), 25 Years - Still Mad (2012), Unbreakable (2020)
Einstieg
God Save the Sin — Das Album von 1996 ist der Punkt, an dem beide herangezogenen Quellen den Durchbruch ansetzen: Danach folgten die Supportauftritte, die der Band erstmals ein größeres Publikum brachten. Es zeigt zugleich die Mischung aus Psychobilly, Punk und Hardcore, die den späteren Klang der Band bestimmt.

Mad Sin ist eine 1987 in Berlin gegründete Psychobilly-Band. Sie entstand als Straßen- und Kneipenband um Sänger Köfte de Ville, unterschrieb schon ein Jahr später ihren ersten Plattenvertrag und hat seitdem elf Studioalben veröffentlicht. Ihr Klang blieb dabei nicht beim Genre stehen.

Sound

Den Kern bildet Psychobilly — die Verbindung aus der Rhythmik des Rockabilly und der Härte des Punk. Die Biografie bei laut.de beschreibt den Stil der Band spätestens ab 1996 als Mischung aus Punk Rock, Hardcore und Rockabilly; die deutsche Wikipedia führt Mad Sin zusätzlich unter Horrorpunk. Für Horrorpunk gibt es in diesem Register bisher keinen Lexikoneintrag, deshalb steht der Begriff hier im Text und nicht in genres.

Geschichte

Gegründet wurde die Band 1987 von Sänger Köfte, Gitarrist Stein und Bassist Holly; der Platz am Schlagzeug wechselte in den Anfangsjahren laufend. 1988 kam der Vertrag bei Maybe Crazy Records und im selben Jahr das Debütalbum. Bis 1993 erschien fast im Jahrestakt ein weiteres.

Der zweite Abschnitt beginnt mit einer Hollandtour: Dort unterschrieb die Band bei Count Orlok Records, wo 1996 God Save the Sin herauskam. Die Supportauftritte für Gwar, Suicidal Tendencies und Faith No More brachten ihr erstmals ein größeres Publikum. 1998 nahm das Major-Label Polydor sie unter Vertrag — eine Verbindung, die nach einem Album endete: Polydor kaufte sich mit einer Abfindung aus dem Vertrag frei, und die Band legte eine mehrjährige Pause ein.

2002 erschien bei People Like You Records Survival of the Sickest. Bis Ende 2003 spielte die Band über 140 Konzerte in Europa, den USA und Japan. Es folgten Dead Moon’s Calling (2005) und Burn and Rise (2010), danach eine längere Ruhephase. Erst 2020 kam mit Unbreakable wieder ein Studioalbum, aufgenommen in neuer Besetzung und in Spanien; es erreichte Platz 46 der deutschen Albumcharts. Im Februar 2026 veröffentlichte Köfte de Ville seine Autobiografie Mad(e) in Walltown.

Besetzung

Konstant ist über die gesamte Bandgeschichte nur der Sänger. Bassist Valle spielt seit 2002, die übrige heutige Besetzung — die Gitarristen Andy Kandil und Manny Anzaldo sowie Schlagzeuger KO Ristolainen — kam zwischen 2016 und 2017 dazu und nahm gemeinsam Unbreakable auf. Besonders die zweite Gitarre wechselte häufig: Zwischen 2002 und 2017 sind vier Besetzungen dieser Position belegt. Gründungsgitarrist Stein, mit bürgerlichem Namen Thorsten Hunaeus, gehörte der Band von 1987 bis 2016 an.

Aktivität

Ob die Band derzeit auftritt, lässt sich aus den geöffneten Quellen nicht belegen — und das ist kein Nebensatz, sondern die schwächste Stelle dieses Eintrags. Für ein Weiterbestehen spricht, dass MusicBrainz die Band als nicht aufgelöst führt und keine Quelle ein Ende nennt. Dagegen steht der Befund vom 20. September 2026: Songkick wies Mad Sin an diesem Tag als „off tour” ohne einen einzigen Termin für 2026 aus, und der Ticketanbieter Reservix meldete zur selben Zeit „Derzeit sind leider keine Termine verfügbar”. Das letzte Studioalbum liegt sechs Jahre zurück.

Das Feld aktiv steht deshalb auf seinem Vorgabewert und nicht auf einer Recherche. Wer den Eintrag freigibt, prüft diese eine Angabe besser noch einmal.

Was die Quellen nicht hergeben

Drei Dinge bleiben offen, und sie werden hier genannt statt geglättet.

Erstens ein Widerspruch in der Diskografie. Die Biografie bei laut.de schreibt, die Band habe 2005 auf ein Album mit dem Titel Babylon Reloaded hingearbeitet; in der Diskografie der deutschen Wikipedia taucht dieser Titel an keiner Stelle auf. Gesichert ist für 2005 anderes: das Studioalbum Dead Moon’s Calling und die Best-of Young, Dumb & Snotty mit Aufnahmen der Jahre 1988 bis 1993. Solange nur eine Quelle den Titel trägt, steht er nicht in der Werkliste dieses Eintrags.

Zweitens ein Widerspruch in der Besetzung. MusicBrainz führt die Mitgliedschaft von Gründungsgitarrist Stein als nicht beendet — Beginn 1987, kein Enddatum —, während die deutsche Wikipedia 2016 als Austrittsjahr nennt. Die Besetzungsliste oben folgt der Wikipedia: Sie macht die spezifischere Angabe, und laut.de stützt sie der Sache nach, weil dort für die Aufnahmen zu Unbreakable zwei andere Gitarristen genannt werden. Ein fehlendes Enddatum in einer Datenbank ist schwächer als ein genanntes Jahr, aber es ist auch kein Nichts, und deshalb steht es hier.

Drittens fehlt die Band selbst als Quelle. Ihre Website war an beiden Recherchetagen nicht abrufbar, und damit stützt sich dieser Eintrag ausschließlich auf Fremdbeschreibungen. Für eine Band aus Berlin, die seit bald vier Jahrzehnten spielt, ist das eine dünne Grundlage — belastbar für die Eckdaten, nicht für alles Weitere.

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