Rockabilly
- Definition
- Rockabilly ist ein in den 1950er Jahren entstandener Musikstil, der Rhythm and Blues mit der Hillbillymusic verbindet.
- Kategorie
- Genres
- Verwandte Begriffe
- Psychobilly, Western Swing, Jump Blues, Boogie-Woogie
- Ab
- 1954
- Bis
- 1960
- Herkunftsland
- USA
- Abgrenzung
- Rockabilly und Rock'n'Roll werden häufig gleichgesetzt. Rockabilly bezeichnet enger die country-geprägte Spielart mit sparsamer Besetzung, Rock'n'Roll ist der breitere Oberbegriff für die Musik der Zeit. Zweite Verwechslung: Rockabilly ist ein Musikstil, keine Modestilrichtung — was heute an Kleidung mit dem Wort verbunden wird, gehört zur Szene, die sich auf ihn beruft, nicht zum Genre. Und Rockabilly ist nicht der Psychobilly, der ab 1980 daraus mit den Mitteln des Punk etwas anderes gemacht hat.
Rockabilly ist ein Musikstil, der Mitte der 1950er Jahre im Süden der USA entstand, als weiße Musiker den Rhythm and Blues schwarzer Künstler mit der eigenen Country-Tradition verbanden. Das DWDS führt ihn als deutsches Substantiv und definiert ihn als Verbindung von Rhythm and Blues und Hillbillymusic. Innerhalb des Rock’n’Roll bezeichnet Rockabilly die country-geprägte Spielart — nicht die Szene, die sich heute auf ihn beruft.
Merkmale von Rockabilly
Die Besetzung ist sparsam: E-Gitarre, akustische Gitarre und Kontrabass, in der Frühphase oft ohne Schlagzeug. Der Bass wird im Slap-Stil gespielt, die Saiten schlagen hörbar aufs Griffbrett und übernehmen damit einen Teil der Rhythmusarbeit. Über der Stimme liegt ein kurzes Echo — die englische Wikipedia nennt es Slapback-, Tape-Delay- oder Flutter-Echo und beschreibt seine Wirkung als den Eindruck eines Live-Auftritts. Charakteristisch ist außerdem eine Gesangsmanier, die die deutsche Wikipedia als nervösen „Schluckauf-Stil” beschreibt.
Entstehung von Rockabilly
Zentrum war Memphis, Tennessee, und dort vor allem das Label Sun Records unter Sam Phillips; daneben nennt die deutsche Wikipedia Meteor, Capitol und Starday. Zu den prägenden Namen zählen Elvis Presley, Carl Perkins, Gene Vincent, Eddie Cochran, Buddy Holly und Johnny Cash.
Wie lange die Blütezeit dauerte, beantworten die Quellen unterschiedlich eng. Die deutsche Wikipedia setzt sie von 1954/55 bis 1958 an und datiert das kommerzielle Ende auf 1960. Die englische nennt 1956 und 1957 als die Jahre der größten Popularität in den USA und sagt, die Radiopräsenz sei nach 1960 zurückgegangen; als Gründe führt sie Buddy Hollys Tod 1959, Elvis Presleys Einberufung 1958 und den veränderten Publikumsgeschmack an. Die hier eingetragene Spanne 1954 bis 1960 fasst beide Angaben; der engere Höhepunkt liegt in der Mitte.
Der Name Rockabilly
Das Wort ist ein Kofferwort aus „rock” und „hillbilly”. Die englische Wikipedia nennt als einen der frühesten schriftlichen Belege eine Besprechung im Billboard vom 23. Juni 1956 im Zusammenhang mit Gene Vincents „Be-Bop-A-Lula”.
Die deutsche Wikipedia betont dagegen etwas anderes: Der Begriff habe sich zunächst nur zögerlich durchgesetzt, weil die Anspielung auf „Hillbilly” das Provinzielle hervorhob, und sei erst im Rockabilly-Revival der frühen 1980er Jahre wirklich populär geworden. Das ist kein Widerspruch, sondern eine andere Frage: Der früheste Beleg und der Zeitpunkt, ab dem ein Wort in Gebrauch ist, fallen hier rund 25 Jahre auseinander.
Rockabilly in diesem Register
Als Genre taucht Rockabilly hier bislang vor allem über mehrtägige Veranstaltungen auf, etwa die Rockabilly Convention 2027 in Eging am See.
Als Nachbarbegriffe führt dieses Register Psychobilly, Western Swing, Jump Blues und Boogie-Woogie. Belegt ist davon die Verbindung zum Psychobilly, der nach beiden geöffneten Quellen auf dem Rockabilly aufsetzt; die übrigen drei stehen hier als benachbarte Musik derselben Jahrzehnte, nicht als Herkunft.
Häufige Fragen
Was heißt Rockabilly auf Deutsch?
Übersetzt wird das Wort nicht; das DWDS führt Rockabilly als deutsches Substantiv. Es ist aus „rock" und „hillbilly" zusammengesetzt, nach der Britannica wörtlich Rock'n'Roll, gespielt von Hillbillys. Hillbilly gibt die deutsche Wikipedia mit „Landei" oder „Hinterwäldler" wieder, und genau dieser Beiklang hat nach ihr lange verhindert, dass sich der Name durchsetzte.
Welcher Jahrgang ist Rockabilly?
Rockabilly gehört in die 1950er Jahre. Die Britannica nennt ihn populär von der Mitte der 1950er Jahre bis 1960, die deutsche Wikipedia setzt die Blütezeit auf 1954/55 bis 1958 und das Ende auf 1960. Die englische Wikipedia lässt die Wurzeln schon in den frühen 1950er Jahren beginnen und sieht den Höhepunkt 1956 und 1957. Als Ausgangspunkt gelten Elvis Presleys erste Aufnahmen bei Sun Records 1954.
Ist Rockabilly 70er Jahre?
Nein, entstanden ist er in den 1950er Jahren. In den späten 1970er Jahren kam er aber zurück; nach der Britannica begann dieses Revival in Europa, unter anderem ausgelöst durch Elvis Presleys Tod 1977, und brachte junge Bands wie die Stray Cats hervor. Die deutsche Wikipedia knüpft das Revival ebenfalls an Presleys Tod, lässt es an anderer Stelle aber erst in den 1980er Jahren von England aus starten; erst im Revival Anfang der 1980er Jahre sei das Wort Rockabilly einem breiten Publikum bekannt geworden.
Verwandt mit Rockabilly
- Psychobilly
- Western Swing
- Jump Blues
- Boogie-Woogie
- Aron King & his Ferriday Rockers im American Western Saloon
- Billy Childish / Trainwrecks im Lido
- Boogie Mix im Haslinger Hof, November 2026
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