Lowrider
- Definition
- Ein Lowrider ist ein umgebautes Auto mit tiefergelegter Karosserie, das zum langsamen Cruisen gebaut und oft mit einer Hydraulik zum Heben und Senken ausgestattet ist.
- Kategorie
- Autos
- Teil von
- Custom Car
- Verwandte Begriffe
- Custom Car, Hot Rod, Kustom Kulture
- Herkunftsland
- USA
- Abgrenzung
- Ein Lowrider ist kein Hot Rod, sondern dessen Gegenentwurf: Der Hot Rod wird auf Geschwindigkeit gebaut, der Lowrider auf „low and slow" — tief und langsam. Zweite Verwechslung: Die springende Hydraulik macht den Lowrider nicht aus. Die ersten Lowrider der 1940er Jahre hatten keine, sie kam erst ab 1959 hinzu; die deutsche Wikipedia definiert den Lowrider dennoch über sie. Und drittens heißen auch ein Fahrradtyp und ein Fahrradgepäckträger Lowrider — mit dem Auto haben beide nur das Wort gemein.
- Weblinks
- Wikipedia
Ein Lowrider ist ein umgebautes Auto mit tiefergelegter Karosserie, das zum langsamen Cruisen gebaut und oft mit einer Hydraulik zum Heben und Senken ausgestattet ist. Er ist eine Form des Custom Car und entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in der mexikanisch-amerikanischen Jugendkultur Südkaliforniens. Sein Leitspruch „low and slow” macht ihn zum Gegenentwurf des Hot Rod, der auf Geschwindigkeit gebaut wird; Lowrider heißt dabei nicht nur das Auto, sondern auch sein Fahrer.
Entstehung des Lowrider
Die Anfänge liegen nach der englischen Wikipedia in den mittleren bis späten 1940er Jahren in Südkalifornien, getragen von der mexikanisch-amerikanischen Jugend und gewachsen im Wohlstand der 1950er Jahre. Das Smithsonian Magazine nennt als erste Bauer mexikanisch-amerikanische Veteranen des Zweiten Weltkriegs, die ihre Wagen in der eigenen Garage umbauten — „low and slow” statt „hot and fast” wie die Hot Rods. Ganz sicher ist der Ursprungsort nicht: Dieselbe englische Wikipedia nennt ihn an anderer Stelle umstritten und führt an, dass manche den Anfang in Tijuana, Texas oder New Mexico sehen.
Anders setzt die deutsche Wikipedia an. Sie nennt Lowrider oder „Low Low” vor allem eine Sache der „afroamerikanischen und lateinamerikanischen Szene”. Beides lässt sich verbinden — die englische Wikipedia beschreibt, wie Lowrider in den 1990er Jahren eng mit dem West-Coast-Hip-Hop verbunden wurden —, aber den Ursprung legen die englischsprachigen Quellen übereinstimmend in die mexikanisch-amerikanische Kultur.
Technik des Lowrider
Tiefergelegt wurde zunächst ohne Hydraulik: mit Tieferlegungsblöcken, gekürzten Achsschenkeln und Federn und umgebauten Rahmen. Die Hydraulik kam durch ein Verbot. Am 1. Januar 1958 trat in Kalifornien Abschnitt 24008 des Fahrzeuggesetzes in Kraft, der Autos verbot, deren Karosserie tiefer lag als die Unterkante der Felgen. 1959 umging der Customizer Ron Aguirre das Gesetz laut der englischen Wikipedia mit Hydraulikpumpen und -ventilen der Marke Pesco, mit denen sich die Fahrhöhe per Schalter ändern ließ. Das Smithsonian Magazine bestätigt die Reihenfolge — erst das Gesetz, „bald danach” die Hydraulik —, ohne Aguirre zu nennen.
Die deutsche Wikipedia beschreibt die Technik von heute: Elektromotoren und Pumpen im Kofferraum, gespeist von ganzen Batteriebündeln mit 12 bis 96 Volt, erzeugen den Öldruck für die Hydraulikzylinder; damit hüpft der Wagen mit einer Achse oder jedem Rad einzeln. Sie definiert den Lowrider über genau diese Hydraulik. Die englische Wikipedia dagegen nennt die Hydraulik etwas, womit Lowrider „oft” ausgerüstet sind — der Lowrider selbst ist älter als sie.
Kultur des Lowrider
Die Wagen sind aufwendig lackiert, oft mit Motiven, die für die Chicano-Kultur Bedeutung haben, und laufen auf Speichenfelgen mit Weißwandreifen, die kleiner sind als die originalen Räder. Beliebte Basis ist der Chevrolet Impala; die deutsche Wikipedia nennt den Impala von 1964 in Lowrider-Kreisen den „wahren Lowrider”, die englische erklärt die Vorliebe mit dem X-förmigen Rahmen, den Chevrolet 1958 einführte und der sich gut tieferlegen und mit Hydraulik ausrüsten ließ. Getragen wird die Kultur von Car Clubs; der Song „Low Rider” der Band War von 1975 und das 1977 gegründete Low Rider Magazine trugen sie über Los Angeles hinaus.
Lowrider in Deutschland
In Deutschland hat sich laut der deutschen Wikipedia seit den späten 1990er Jahren eine eigene Lowrider-Szene entwickelt. Neben amerikanischen Wagen dienen dort auch europäische als Basis, von Opel über VW bis Mercedes, und die Szene teilt ihre Fahrzeuge in Kategorien wie Dancer, Hopper und Show and Shine. Die Show-and-Shine-Wagen haben nach derselben Quelle bis auf wenige Ausnahmen keine Straßenzulassung und kommen meist auf dem Anhänger zum Treffen — daher ihr Spitzname „Trailer Queens”.
Lowrider in diesem Register
Der Lowrider ist eine Form des Custom Car und gehört zur Kustom Kulture, die die Lowrider der 1970er Jahre zu ihren Jugendbewegungen zählt. Sein Gegenbild ist der Hot Rod.
