Budapester
- Definition
- Ein Budapester ist ein Herrenschnürschuh auf breitem Leisten mit hoch aufgeworfener, breit gerundeter Spitze, Flügelkappe und offener Derby-Schnürung.
- Kategorie
- Mode
- Verwandte Begriffe
- Saddle Shoes, Creepers, Teddy Boy
- Abgrenzung
- Der Budapester wird oft mit dem Brogue gleichgesetzt, weil beide meist eine Flügelkappe mit Lochmuster tragen. Das Lochmuster macht aber den Brogue aus, nicht den Budapester: Den erkennt man an der breiten, hoch aufgeworfenen Spitze, und es gibt ihn auch glatt. Ein Fullbrogue mit Derby-Schnürung ist schlanker und hat eine normal abfallende Spitze; im Alltag heißt er trotzdem oft Budapester. Mit Saddle Shoes hat der Budapester nur gemein, dass beide klassische Schnürschuhe sind: Der Saddle Shoe hat eine glatte Spitze ohne Kappe und trägt seine zweite Farbe als Sattel über dem Mittelfuß.
Ein Budapester ist ein Herrenschnürschuh auf breitem Leisten mit hoch aufgeworfener, breit gerundeter Spitze, Flügelkappe und offener Derby-Schnürung. Meist ist er mit einem Lochmuster verziert, es gibt ihn aber auch glatt; was ihn ausmacht, ist die Form des Leistens. Das Wiktionary nennt ihn knapp einen klobigen Herrenschuh.
Merkmale des Budapesters
Die deutsche Wikipedia beschreibt den Budapester über eine Kombination von Merkmalen. Er wird auf einem breiten, recht geraden Leisten gebaut, dessen Spitze hoch aufgeworfen und breit gerundet ist, fast im rechten Winkel. Der Schaft hat einen Derby-Schnitt: Die Schnürung ist offen, die beiden Seitenteile liegen auf dem Vorderblatt auf, hinten sitzt eine aufgesetzte Fersenkappe. Vorn trägt er eine Flügelkappe, deren Ränder bis an die Seiten des Schafts reichen, meist mit der Lochverzierung des Fullbrogues, seltener glatt. Dazu kommen eine doppelte Sohle und, möglich, aber kein Muss, eine zwiegenähte Machart.
Das wichtigste dieser Merkmale ist nach der Wikipedia der Leisten — man spricht deshalb auch vom Budapester Leisten. Lochmuster, Flügelkappe und Derby-Schnürung teilt der Budapester mit anderen Schuhen; die hohe Spitze nicht.
Woher der Name Budapester kommt
Woher die Bezeichnung stammt und wer sie zuerst gebraucht hat, ist nach der deutschen Wikipedia nicht überliefert. Belegt ist dort, dass der Schuh typische Merkmale der österreichisch-ungarischen Schuhmachertradition trägt, etwa Lochmuster und Leistenform. Dass er seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Budapest gefertigt wird, schreibt die Wikipedia im selben Satz, aber ohne eigenen Beleg; es steht hier als ihre Angabe. Das Wiktionary führt das Wort schlicht als Ableitung vom Namen der Stadt.
Der Budapester in der Szene
Für die britischen Teddy Boys nennt die englische Wikipedia als Schuhwerk hochglanzpolierte Oxfords, schwere Brogues und Schuhe mit Kreppsohle, die Creepers. Ob mit den Brogues Budapester gemeint sind, lässt sich daraus nicht sagen: Im Deutschen werden Fullbrogues mit Derby-Schnürung nach der Wikipedia umgangssprachlich oft Budapester genannt, im engeren Sinn ist es aber ein anderer Schuh.
Abgrenzung des Budapesters
Am häufigsten wird der Budapester mit dem Brogue verwechselt. Brogue ist der Oberbegriff für Schuhe mit Lochverzierung an Kappe und Schaftkanten, und der Fullbrogue hat dieselbe Flügelkappe wie der Budapester. Die deutsche Wikipedia hält die beiden trotzdem auseinander: Der Brogue ist schlanker und hat eine normal gerundete, abfallende Spitze, der Budapester die hohe, breite. Wer also nur das Lochmuster sieht, kann noch nicht sagen, ob es ein Budapester ist; wer die Spitze sieht, schon.
Mit Saddle Shoes hat der Budapester wenig gemein, auch wenn beide als klassische Schnürschuhe gelten. Der Saddle Shoe ist nach der englischen Wikipedia ein flacher Freizeitschuh mit glatter Spitze und trägt seine zweite Farbe als Sattel quer über dem Mittelfuß — genau die Stelle, an der der Budapester nichts Besonderes hat.
