Saddle Shoes
- Definition
- Saddle Shoes sind niedrige Schnürschuhe mit glatter Spitze, deren Mittelfuß ein sattelförmiges Lederstück in meist abgesetzter Farbe überspannt.
- Kategorie
- Mode
- Englisch
- Saddle shoe
- Verwandte Begriffe
- Tellerrock, Petticoat
- Abgrenzung
- Saddle Shoes sind zweifarbig, aber nicht jeder zweifarbige Schnürschuh ist ein Saddle Shoe. Der Two-Tone-Schuh, den das Englische Spectator nennt, setzt die dunkle Farbe an Spitze und Ferse und trägt meist Lochverzierung; der Saddle Shoe hat eine glatte Spitze, und die zweite Farbe liegt als Sattel in der Mitte. Ebenso wenig ist er ein Budapester: Der ist ein Herrenschuh mit Flügelkappe, Lochmuster und hoch aufgeworfener Spitze. Was beim Saddle Shoe fehlt — Kappe und Lochung —, macht ihn aus.
Saddle Shoes sind flache, geschnürte Halbschuhe aus Leder mit glatter Spitze, über deren Mittelfuß ein sattelförmiges Lederstück liegt. Meist ist der Schuh weiß und der Sattel schwarz, dunkelbraun oder dunkelblau, aber jede Farbkombination ist möglich. In der Vintage-Szene gehören Saddle Shoes zum amerikanischen Look der vierziger und fünfziger Jahre und unterscheiden sich darin von den britischen Creepers.
Aufbau von Saddle Shoes
Die englische Wikipedia beschreibt den Saddle Shoe als niedrigen Freizeitschuh mit schlichter Spitze; im Englischen heißt er deshalb auch Saddle Oxford, nach dem geschnürten Halbschuh, auf dem er aufbaut. Der Sattel ist das eine Element, das den Schuh ausmacht: ein eigenes Lederstück, das quer über den Mittelfuß läuft und an dem die Schnürung sitzt. Kappe, Lochmuster und Ziernähte, wie sie andere zweifarbige Schuhe tragen, hat der Saddle Shoe nicht.
Geschichte der Saddle Shoes
Die Wikipedia nennt eine große Spannweite: Saddle Shoes wurden von Männern und Frauen getragen, als Golfschuh ebenso wie als Teil der Schuluniform. Besonders in den 1940er und 1950er Jahren galten sie als typischer Schuh von Schulmädchen. Einen datierten Beleg dafür hält das Metropolitan Museum in New York: ein Paar der Hurd Shoe Co. aus den 1930er Jahren.
Für den Anfang gibt es nur eine Spur, und die hängt an einer einzelnen Quelle. Der Händlerblog Atom Retro schreibt, ein Sportartikelhersteller namens Albert Spaulding habe den Schuh 1906 als weißen Hallensportschuh entworfen und den Sattel zur Verstärkung angesetzt; bei Sportlern sei er durchgefallen, bei jungen Leuten als Freizeitschuh angekommen. An weiteren geöffneten Quellen ließ sich das nicht bestätigen — der Geschichtsabschnitt der englischen Wikipedia ist leer. Gesichert ist deshalb nur, dass es Saddle Shoes spätestens in den 1930er Jahren gab und dass ihre große Zeit in den vierziger und fünfziger Jahren lag.
Saddle Shoes in der Szene
Atom Retro beschreibt Saddle Shoes als den Schuh, in dem in den vierziger Jahren Jitterbug getanzt wurde, und verbindet sie für die fünfziger Jahre mit dem weit schwingenden Rock — dem Tellerrock mit Petticoat darunter — und kurzen weißen Söckchen. Nach derselben Quelle fanden sie Ende der fünfziger Jahre auch in der Ska-Szene Anhänger. Für den heutigen Look heißt das: Wer Saddle Shoes trägt, zitiert die amerikanische Schul- und Tanzmode, nicht die britischen Teddy Boys.
Abgrenzung der Saddle Shoes
Am häufigsten werden Saddle Shoes mit anderen zweifarbigen Schnürschuhen verwechselt, vor allem mit dem Two-Tone-Schuh, den das Englische Spectator nennt. Die englische Wikipedia nennt den Unterschied ausdrücklich: Beim Spectator sind Spitze und Fersenkappe dunkel abgesetzt, oft mit Lochverzierung; der Saddle Shoe hat eine glatte Spitze, und die zweite Farbe sitzt als Sattel in der Mitte. Wer den Schuh von vorn ansieht, erkennt ihn also an der Spitze: Ist sie hell und glatt, ist es ein Saddle Shoe.
Auch mit dem Budapester haben Saddle Shoes wenig gemein, obwohl beide als klassische Schnürschuhe gelten. Die deutsche Wikipedia beschreibt den Budapester als Herrenschuh mit Flügelkappe, meist mit Lochmuster und mit hoch aufgeworfener, breit gerundeter Spitze — genau die Merkmale, die dem Saddle Shoe fehlen.
