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V101-02 · Mode

Hüfthalter

Definition
Ein Hüfthalter ist ein die Hüften von der Taille bis zum Oberschenkelansatz umschließendes Wäschestück, das die Figur formt und Strümpfe hält.
Kategorie
Mode
Englisch
Girdle
Verwandte Begriffe
Strapsgürtel, Korsett, Taillenmieder
Ab
1900
Abgrenzung
Hüfthalter und Strapsgürtel werden verwechselt, weil beide Strümpfe über Strapse halten. Der Hüfthalter formt aber zusätzlich Bauch, Hüfte und Gesäß und reicht dafür bis zum Oberschenkelansatz; der Strapsgürtel hält nur. Dazwischen steht der Hüftgürtel, den der Duden als schmalen Hüfthalter beschreibt, der vor allem die Strümpfe befestigt, und den die Wikipedia als seinen schmaleren Nachfolger ab den 1950er Jahren führt — ein Hüftgürtel ist also kein Synonym des Hüfthalters. Kein Hüfthalter ist schließlich das Korsett: Es umfasst den ganzen Rumpf und arbeitet mit Stäben, der Hüfthalter beginnt erst an der Taille und formt mit elastischen Geweben. Die Wörterbücher verwischen das selbst — der Duden nennt Korsett als Synonym von Hüfthalter.

Ein Hüfthalter ist ein Wäschestück, das die Hüften von der Taille bis zum Oberschenkelansatz umschließt. Er hat zwei Aufgaben zugleich: die Figur zu formen und über angebaute Strumpfhalter die Strümpfe zu halten. Getragen wird er nach der Wikipedia zwischen Unterwäsche und Oberbekleidung, und er ist damit das Stück, das in der Garderobe der fünfziger Jahre zwischen Korsett und Strapsgürtel steht.

Aufbau eines Hüfthalters

Die frühen Hüfthalter waren nach der Wikipedia aus starkem Leinen mit Gummizugeinlagen gefertigt, wurden vorn geschnürt und trugen herabhängende Strumpfhalter. Ab den 1920er Jahren bestand er konfektionsmäßig aus verschiedenen elastischen Geweben — die Form kommt also nicht mehr aus Stäben, sondern aus dem Zug des Materials.

Wie ein Stück aus der Hochzeit aussah, zeigt ein rosafarbener Hüfthalter der Marke Triumph von 1959 im Historischen Museum Hannover, Modell „Universum Diamant S Extra 80”. Er ist aus Baumwoll-Jacquardware mit eingewebtem Blumenmuster, hat vorn zwei Satineinsätze und hinten eine Schnürung; am unteren Rand sitzen vier Schnallen für Feinstrümpfe. Das Museum beschreibt ausdrücklich beide Aufgaben: Das Stück formt Bauch, Hüfte und Gesäß und hält die Strümpfe.

Geschichte des Hüfthalters

Nach der deutschen Wikipedia löste der Hüfthalter um 1900 mit der Reformkleidung Korsett und Mieder ab; angestrebt war ein natürlicheres Erscheinungsbild. Bevor sich der Büstenhalter durchsetzte, trugen Frauen dazu ein Brustleibchen. Die englische Wikipedia beschreibt denselben Übergang von der anderen Seite: In den 1890er Jahren wurde das Korsett länger, und die Kontrolle verlagerte sich auf Taille und Oberschenkelansatz; das neue Kleidungsstück reichte von der Taille über Hüfte und Bauch. Das Wort girdle dafür kam erst um die Zeit des Ersten Weltkriegs in Gebrauch.

Ab den 1920er Jahren war der Hüfthalter zusammen mit dem Korselett als Formwäsche verbreitet. Seine Blütezeit verbindet die Wikipedia mit dem New Look von Christian Dior und mit der Guêpière von Marcel Rochas, die Korsett, BH und Hüfthalter kombinierte. Bei deren Datierung widersprechen sich zwei Artikel derselben Enzyklopädie: Der Artikel „Hüfthalter” nennt 1947, der Artikel „Guêpière” 1942. Beide berufen sich auf Reclams Mode- und Kostümlexikon; welches Jahr stimmt, ist an den geöffneten Quellen nicht zu entscheiden.

Auch das Ende beschreibt die Wikipedia nicht einheitlich. Im ersten Absatz heißt es, der Hüfthalter sei ab den 1950er Jahren durch den schmaleren Hüftgürtel oder den Strapshalter ersetzt worden; im Geschichtsteil reicht seine Blütezeit bis in die 1960er Jahre. Einig sind sich die Quellen über den Grund des Niedergangs: die Strumpfhose. Sie machte das Halten der Strümpfe überflüssig, und die Miederhose übernahm nach deren Artikel ab Mitte der 1960er Jahre das Formen. In der lingerie-inspirierten Mode der 1980er Jahre wurde der Hüfthalter noch einmal populär; heute werden nach der Wikipedia nur noch sehr wenige hergestellt.

Abgrenzung des Hüfthalters

Die häufigste Verwechslung ist die mit dem Strapsgürtel, denn beide halten Strümpfe über Strapse. Der Unterschied liegt in der zweiten Aufgabe: Der Hüfthalter formt, der Strapsgürtel nicht. Dazwischen liegt der Hüftgürtel. Der Duden beschreibt ihn als schmalen Hüfthalter, der vor allem die Strümpfe befestigt, und nennt als Synonyme Straps und Strumpfhalter; die Wikipedia führt ihn als schmaleren Nachfolger des Hüfthalters ab den 1950er Jahren. Wer „Hüftgürtel” liest, hat also eher einen Strapsgürtel vor sich als einen Hüfthalter.

Vom Korsett trennt den Hüfthalter die Ausdehnung und die Bauweise: Das Korsett umfasst den Rumpf und formt über Stäbchen und Schnürung, der Hüfthalter beginnt an der Taille und formt mit elastischem Gewebe. Die Wörterbücher machen die Grenze selbst unscharf — der Duden nennt Korsett als Synonym von Hüfthalter. Vom Taillenmieder unterscheidet ihn die Zone: Jenes verschmälert nur die Taille, der Hüfthalter arbeitet darunter.

Die Miederhose schließlich ist der Nachfolger, kein Synonym. Sie entstand nach der Wikipedia schon in den 1930er Jahren als leichtere Alternative und wird im Gegensatz zum Hüfthalter in der Regel mit einer Strumpfhose oder unter Hosen getragen; Strumpfhalter haben nur manche Ausführungen.

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