Taillenmieder
- Definition
- Ein Taillenmieder ist ein breiter, durch Stäbchen versteifter Gürtel, der um die Taille getragen wird und diese verschmälert.
- Kategorie
- Mode
- Englisch
- Waist cincher
- Verwandte Begriffe
- Korsett, Bleistiftrock, Petticoat
- Abgrenzung
- Taillenmieder und Korsett unterscheiden sich nicht im Prinzip, sondern in der Ausdehnung — und genau deshalb werden sie verwechselt. Ein Korsett umfasst den ganzen Rumpf und formt Brustkorb, Taille und Hüfte gleichzeitig; ein Taillenmieder ist nur etwa 15 bis 18 Zentimeter hoch und lässt beides daneben unangetastet. Es ist damit die leichtere, alltagstaugliche Lösung für dieselbe Silhouette, nicht ein kleines Korsett. Zweite Verwechslung: Ein Hüfthalter formt den unteren Rumpf und arbeitet damit unterhalb dessen, was das Taillenmieder tut. Wer die Fünfziger-Silhouette will, braucht je nach Ziel Verschiedenes — und wer beides gleichzeitig kauft, kauft ein Korselett.
Ein Taillenmieder ist ein breiter, versteifter Gürtel, der um die Taille getragen wird, um sie schmaler zu machen oder schmaler wirken zu lassen. Es ist damit das Kleidungsstück, das die Fünfziger-Silhouette an ihrer engsten Stelle herstellt — die Gegenrichtung zum Petticoat, der sie an ihrer weitesten Stelle herstellt.
Aufbau eines Taillenmieders
Traditionelle Ausführungen sind mit Stäbchen versteift und hinten geschnürt. Entscheidend ist die Höhe: Die englischsprachige Wikipedia gibt sechs bis sieben Zoll an, umgerechnet rund 15 bis 18 Zentimeter. Das Stück sitzt also auf der Taille und endet dort — es reicht weder bis unter die Brust noch über die Hüfte.
Moderne Ausführungen, so die Quelle, sind seit den 1980er Jahren breite, geschnürte Gürtel aus elastischem Stoff mit weichen Kunststoffstäbchen. Zeitgenössische Modelle setzen häufig auf elastisches Rückenteil und einen Verschluss vorn. Die Modepresse hob an ihnen genau das hervor, was sie vom Korsett trennt: sehr leichtes Gewicht und Federstäbchen statt schwerer Verstärkung, also Alltagstauglichkeit.
Der Name Taillenmieder
Das deutsche Wort ist selten. Das DWDS führt „Taillenmieder” nicht in seinen gegenwartssprachlichen lexikalischen Quellen, markiert es als selten und kennt nur die Wortbildung aus Taille und Mieder; einen Duden-Eintrag gibt es nicht. Im Handel und in der Szene steht deshalb meist der englische Name: Waist Cincher, oder — nach der Wespentaille, die er erzeugen soll — Waspie.
Geschichte des Taillenmieders
Die schmale Taille als Modeziel ist alt und kehrt in Wellen wieder. Die deutschsprachige Wikipedia nennt für die Wespentaille drei Hochzeiten: das späte 17. und das 18. Jahrhundert, die Zeit von etwa 1840 bis 1910 und die späten 1940er und 1950er Jahre. Die Mittel unterscheiden sich: Korsetts mit fester Schnürung, aber auch Gürtel, elastische Miederware, Korseletts und Korsagen.
Für die letzte dieser Wellen ist das Taillenmieder das Kleidungsstück der Wahl. Christian Dior machte es um 1947 mit dem New Look populär; er beschrieb seine Absicht als Kleider für blumenhafte Frauen mit runden Schultern, voller Brust und einer Taille, die eine Handspanne misst, über weit ausgestellten Röcken. Das Taillenmieder war das Wäschestück, das diese Taille lieferte — leichter zu tragen als ein Korsett und darauf angelegt, unter Alltagskleidung zu verschwinden.
Abgrenzung des Taillenmieders
Der Unterschied zum Korsett ist einer der Ausdehnung, nicht des Prinzips, und genau deshalb ist er so leicht zu übersehen. Beide arbeiten mit Stäbchen und Zug. Aber ein Korsett umfasst den Rumpf und formt Brustkorb, Taille und Hüfte in einem; das Taillenmieder greift nur an der Taille an. Die englischsprachige Quelle beschreibt es folgerichtig als leichtere Alternative, die ohne die starke Kompression des viktorianischen Korsetts auskommt und deshalb für den täglichen Gebrauch taugt.
Davon zu trennen ist der Hüfthalter, im Englischen girdle: Er formt den unteren Rumpf, arbeitet also unterhalb der Zone des Taillenmieders. Wer eine glatte Linie unter einem Bleistiftrock sucht, braucht diesen; wer die Taille verschmälern will, jenes. Das Kleidungsstück, das beides zugleich versucht, ist das Korselett.
Und schließlich ist ein Taillenmieder kein bloßer Gürtel, auch wenn die Quelle es als Gürtel definiert. Ein Gürtel liegt auf; ein Taillenmieder zieht zusammen, und die Versteifung ist es, die den Unterschied macht. Der Oberbegriff für beide Richtungen bleibt das Mieder — laut deutscher Wikipedia jedes den Oberkörper eng umschließende Kleidungsstück, vom Oberteil eines Kleides bis zum Korsett.
