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V101-03 · Tanz

Jive

Definition
Jive ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im Viervierteltakt, der zu den fünf lateinamerikanischen Tänzen des Welttanzprogramms zählt und auf afroamerikanische Swing-Tänze zurückgeht.
Kategorie
Tänze
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Zwei Verwechslungen. Erstens mit Lindy Hop, Boogie-Woogie- und Rock'n'Roll-Tanz, aus deren Familie er stammt: Der Jive ist die von Tanzlehrern geglättete Turnierform mit fester Technik und gehört zu den lateinamerikanischen Tänzen; Lindy Hop und Boogie-Woogie gelten als Swing-Tänze, der Rock'n'Roll-Tanz ist ein Akrobatiksport. Zweitens mit Lateinamerika: Trotz der Einordnung stammt der Jive aus den USA; die Gruppe richtet sich nach der Technik, nicht nach der Herkunft.

Jive ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im Viervierteltakt, der zu den fünf lateinamerikanischen Tänzen gehört und seit 1976 Teil des Welttanzprogramms ist. Er geht auf afroamerikanische Swing-Tänze der 1930er und 1940er Jahre zurück, vom Lindy Hop bis zum Boogie-Woogie-Tanz. Von diesen Vorläufern unterscheidet ihn, dass Tanzlehrer ihn zu einer Turnierform mit fester Technik geglättet haben.

Merkmale von Jive

Der Jive wird in offener Tanzhaltung getanzt, mit offenen Figuren, Kicks und Twists. Als Hauptmerkmal nennt die deutsche Wikipedia das locker durchschwingende Hüftspiel auf den Schlägen zwei und vier, die in der Musik betont sind. Getanzt wird er nach der deutschen Wikipedia zu Rock’n’Roll und Popmusik. Die Musik ist ternär, der Tanz überzeichnet diesen Rhythmus fast punktiert; im Chassé fallen die Schritte auf die Zählzeiten eins, vier und fünf in Sechzehnteln.

Auf Turnieren schreibt der Weltverband WDSF 42 bis 44 Takte pro Minute vor, der WDC 42. Der Deutsche, der Österreichische und der Schweizer Tanzsportverband gehören der WDSF an und folgen ihren Vorgaben. Tanzschulen gehen im Tempo nach derselben Quelle bis auf 32 Takte herunter.

Entstehung von Jive

Die englische Wikipedia verortet den Tanz bei Afroamerikanern in den USA der frühen 1930er Jahre. Das Wort stammt aus dem afroamerikanischen Slang der Zeit, den Cab Calloway mit einem Wörterbuch bekannt machte; unter Swingmusikern bedeutete „jive” glattes oder albernes Gerede. Amerikanische Soldaten brachten Lindy Hop und Jitterbug um 1940 nach Europa. In den USA setzte sich für den Tanz das Wort „swing” durch, in Großbritannien „jive”.

Die deutsche Wikipedia erzählt die Linie über mehrere Vorläufer: Lindy Hop, Blues und Swing zu Beginn der 1930er Jahre, der Boogie-Woogie-Tanz in den 1940er Jahren und der Rock’n’Roll-Tanz in den 1950er Jahren. Englische Tanzlehrer entwickelten daraus zu etwas langsamerer Musik den eleganteren Jive. 1968 wurde er als fünfter Tanz in die lateinamerikanischen Turniertänze aufgenommen.

Eine abweichende Angabe steht in einer Fußnote des deutschen Wikipedia-Artikels zum Boogie-Woogie-Tanz: Dort heißt es, deutsche Tanzlehrer hätten diesen Tanz 1948 wegen seiner „Unmoral” abgelehnt und bei späteren Treffen gemeinsam den Jive entworfen. An den übrigen geöffneten Quellen ist das nicht bestätigt. Gesichert ist nur, was beide Fassungen teilen: Der Turnier-Jive ist ein Werk von Tanzlehrern, nicht der Tanzfläche.

Jive und die lateinamerikanischen Tänze

Der Jive ist einer von fünf lateinamerikanischen Tänzen, neben Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba und Paso Doble, und wird auf Turnieren als letzter getanzt. Aus Lateinamerika stammt er nicht: Die Gruppe wurde nach der deutschen Wikipedia von den Tanzverbänden nach der Technik festgelegt, nicht nach der Herkunft, und nur drei der fünf Tänze kommen tatsächlich aus Lateinamerika. Die englische Wikipedia geht weiter und nennt die Einordnung des Jive bei den Lateintänzen „oft (irrtümlich)“, weil seine Wurzeln im Swing lägen.

Abgrenzung von Jive

Mit dem Boogie-Woogie-Tanz und dem Rock’n’Roll-Tanz ist der Jive nach der deutschen Wikipedia eng verwandt. Der Unterschied liegt weniger in der Herkunft als im Regelwerk: Die beiden anderen regelt die World Rock’n’Roll Confederation mit ihren Landesverbänden, für den Jive gelten die Turnierregeln von WDSF und WDC. Vom Lindy Hop, dem gemeinsamen Vorläufer, trennt ihn die feste Turniertechnik. Und nicht zu verwechseln ist der Jive mit dem Modern Jive, einem in England beliebten Tanz, der auf acht statt auf sechs Schlägen getanzt wird.

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