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V101-03 · Tanz

Lindy Hop

Definition
Lindy Hop ist ein amerikanischer Paartanz aus Harlem, der Elemente von Jazz, Stepp, Breakaway und Charleston zu einem Swing-Tanz verbindet.
Kategorie
Tänze
Ab
1928
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Lindy Hop und Boogie-Woogie werden in der Szene gern in einem Atemzug genannt, sind aber nicht dasselbe: Der Boogie-Woogie-Tanz ist nach Angabe der deutschen Wikipedia über den East Coast Swing ein vereinfachter Ableger des Lindy Hop und heute vor allem Turniertanz. Zweite Verwechslung: Der Name hat mit dem Tanz inhaltlich nichts zu tun. Er geht auf den Atlantikflug Charles Lindberghs 1927 zurück — eine Anekdote, die die englische Wikipedia ausdrücklich als Überlieferung und nicht als gesicherten Befund führt.

Lindy Hop ist ein amerikanischer Paartanz, der nach Angabe der englischen Wikipedia 1928 in den afroamerikanischen Vierteln Harlems entstand und Elemente aus Jazz, Stepp, Breakaway und Charleston zusammenführt. Getanzt wurde er zur Musik der Swing-Big-Bands, sein Zentrum war der Savoy Ballroom. Als ursprünglicher Swing-Tanz gilt er als Vorläufer von Jive, Boogie-Woogie und akrobatischem Rock’n’Roll.

Merkmale von Lindy Hop

Die charakteristische Figur ist der Swingout, in dem sich das Paar aus der geschlossenen Haltung öffnet und wieder zusammenfindet. Die Schrittarbeit beruht auf Chassé- und Wiegeschritt sowie auf Charleston-Schritten; fortgeschrittene Fassungen arbeiten mit Sechserschrittfolgen und Aerials, also Hebefiguren. Die englische Wikipedia datiert die Entwicklung der Aerials auf die Zeit um 1936. Verglichen mit dem Turniertanz Boogie-Woogie, der nach Angabe der deutschen Wikipedia auf sauber ausgeführte Sechser- und Achter-Grundschritte setzt, ist der Lindy Hop in der Figurenwahl freier.

Entstehung von Lindy Hop

Der Tanz entstand im Savoy Ballroom in Harlem, New York City. Als prägende Namen nennen beide Quellen George „Shorty” Snowden und Frankie Manning; die englische Wikipedia bezeichnet Manning als den berühmtesten Lindy Hopper überhaupt und nennt ihn als tänzerischen Kopf von Whitey’s Lindy Hoppers, der Formation der 1930er und 1940er Jahre, die auch als Harlem Congaroos auftrat. Für die kalifornische Spielart, den Hollywood-Style, steht Dean Collins.

Der Name Lindy Hop

Die Namensgeschichte ist eine Überlieferung, und die englische Wikipedia behandelt sie ausdrücklich als solche. Die bekannteste Fassung führt auf ein Tanzmarathon im Manhattan Casino im Jahr 1928 zurück, bei dem Snowden und Mattie Purnell das Breakaway-Muster durch Zufall neu zusammensetzten; auf die Frage, was er da tue, habe Snowden gegenüber Marshall Stearns geantwortet: „The Lindy.” Den Hintergrund gaben Zeitungsschlagzeilen zu Charles Lindberghs Atlantikflug im Mai 1927 — „Lucky Lindy Hops the Atlantic”.

Die deutsche Wikipedia gibt dieselbe Anekdote in der Fassung Frankie Mannings wieder. Zwei Überlieferungen, zwei verschiedene Erzähler, kein zeitgenössischer Beleg: Der Bezug auf Lindbergh ist plausibel und gut bezeugt als Erzählung, nicht als Dokument.

Niedergang und Revival von Lindy Hop

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Tanz zurück; die englische Wikipedia nennt als Gründe Steuern auf Tanzveranstaltungen und den Wandel des Musikgeschmacks hin zum Rock’n’Roll. Das Revival setzte in den 1980er Jahren ein, getragen von Szenen in New York, Kalifornien, Schweden und Großbritannien und von den ursprünglichen Tänzern selbst — Manning und Al Minns unterrichteten eine neue Generation. Die deutsche Wikipedia nennt für Europa dieselbe Zeit und führt als Sammelpunkt das seit 1992 jährlich stattfindende Festival im schwedischen Herräng an.

Als Nachbarbegriffe führt dieses Register Boogie-Woogie in beiden Bedeutungen — als Tanz belegt über den East Coast Swing, als Musik nur als Namensvetter — sowie Jump Blues und Western Swing als benachbarte Tanzmusik derselben Jahrzehnte.

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