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V101-01 · Musik

Blues

Definition
Blues ist eine vokale und instrumentale Musikform afroamerikanischen Ursprungs aus den Südstaaten der USA, die meist auf einem zwölftaktigen Schema mit drei Akkorden und Blue Notes beruht.
Kategorie
Genres
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Blues ist der Oberbegriff und die ältere Form, nicht dasselbe wie Rhythm and Blues. Rhythm and Blues ist die rhythmisch zugespitzte, tanzorientierte Unterhaltungsmusik der 1940er und 1950er Jahre, die aus dem Blues hervorging; Jump Blues ist eine schnelle, bläsergetragene Spielart innerhalb des Blues. Wer in einem Programm „Blues" liest, sollte also nicht automatisch Tanztempo erwarten. Zweite Verwechslung: Der Duden führt unter demselben Wort auch einen langsamen Gesellschaftstanz im Vierviertel-Takt; dieser Eintrag meint die Musik.

Blues ist eine afroamerikanische Musikform, die in den Südstaaten der USA entstand und gesungen wie instrumental gespielt wird. Er gilt als Wurzel großer Teile der populären Musik; aus ihm entwickelten sich der Rhythm and Blues und der Rock’n’Roll. Für die Rockabilly-Szene ist der Blues deshalb weniger Nachbargenre als Herkunft.

Merkmale des Blues

Die verbreitetste Form umfasst zwölf Takte und kommt mit drei Akkorden aus. Der Text folgt meist einem AAB-Muster: Eine Zeile wird wiederholt, die dritte löst sie auf. Prägend sind die Blue Notes, Töne, die gegenüber der gewohnten Dur-Tonleiter leicht abgesenkt werden, vor allem Terz und Quinte. Die deutsche Wikipedia betont, dass sich das heute übliche Zwölftaktschema erst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts festigte; der frühe Blues erzählte freier. Das Bild vom einsamen Sänger mit Gitarre nennt sie ein Klischee, gemeinsame Auftritte seien ebenso üblich gewesen.

Entstehung des Blues

Beim Zeitpunkt gehen die Quellen auseinander. Die deutsche Wikipedia setzt die Entstehung um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert an. Die englische Wikipedia nennt in ihrer Einleitung die 1860er Jahre, verortet das erste Auftreten an anderer Stelle irgendwo zwischen den 1860er und 1890er Jahren und hält die eigentlichen Ursprünge für wahrscheinlich um 1890. Gesichert ist bei beiden: Der Blues entstand in der afroamerikanischen Bevölkerung des amerikanischen Südens, spätestens gegen Ende des 19. Jahrhunderts, und war anfangs nur ein Teil des Repertoires von Musikern, die auf Hauspartys und Festen spielten. Eine Jahreszahl legt dieser Eintrag deshalb nicht fest.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich laut englischer Wikipedia der elektrisch verstärkte Blues durch; Chicago wurde ab 1948 zu seinem Zentrum.

Der Name Blues

Das Wort stammt aus dem Englischen und meint Schwermut. Die deutsche Wikipedia führt es auf die Wendung „I feel blue” zurück, die englische Wikipedia und der Duden auf die „blue devils”, einen älteren Ausdruck für Niedergeschlagenheit. Beide Erklärungen laufen auf dieselbe Stimmung hinaus.

Blues als Wurzel des Rock’n’Roll

Laut deutscher Wikipedia spielten Radio-DJs den elektrischen Blues ab Mitte der 1940er Jahre und erreichten damit auch weiße Jugendliche; aus der Verbindung mit rauerem Country entstand der Rock’n’Roll. Die englische Wikipedia nennt Zwölftaktschema und Bluestonleiter als wesentlichen Einfluss auf den Rock’n’Roll und gibt wieder, dass Carl Perkins den Rockabilly als Blues mit Country-Rhythmus beschrieb. Auch der Boogie-Woogie und der Jump Blues führt sie als Stile des städtischen Blues der 1930er und 1940er Jahre.

Abgrenzung des Blues

Blues ist der weitere und ältere Begriff. Rhythm and Blues bezeichnet die tanzbare, rhythmisch zugespitzte Unterhaltungsmusik, die sich in den 1940er Jahren daraus entwickelte, Jump Blues eine schnelle Spielart mit Bläsern. Wer auf einem Flyer „Blues” liest, sollte deshalb nicht automatisch Tanztempo erwarten. Außerdem verzeichnet der Duden unter demselben Wort einen langsamen Gesellschaftstanz; gemeint ist hier die Musik.

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