Jukebox
- Definition
- Eine Jukebox ist ein Musikautomat, der nach dem Einwurf von Münzen einen ausgewählten Titel aus einem eingebauten Vorrat von Schallplatten oder CDs abspielt.
- Kategorie
- Medien
- Verwandte Begriffe
- Single, Schellackplatte, Rock'n'Roll
- Herkunftsland
- USA
- Abgrenzung
- Die Jukebox wird oft gegen die Musikbox abgegrenzt, als wäre das eine ein Automat und das andere ein Möbel. Die Quellen sehen das nicht so: Die deutsche Wikipedia nennt Musikbox ein anderes Wort für Jukebox, der Duden beschreibt die Musikbox in ihrer ersten Bedeutung als Münzautomat mit Plattenmagazin, und der Thesaurus im DWDS führt beide Wörter als bedeutungsgleich. Das Möbel, das gemeint sein dürfte, ist die Musiktruhe: nach Duden ein truhenartiges Möbelstück mit Radio und oft einem Plattenspieler, nach dem DWDS historisch. Sie steht im Wohnzimmer, hat keinen Münzeinwurf und keinen Titelvorrat, aus dem ein Gast wählt. Ein falscher Freund ist das englische "music box": Es meint die Spieldose, ein mechanisches Instrument mit Stiftwalze und Stahlkamm, keine Jukebox.
Eine Jukebox ist ein Musikautomat, der nach dem Einwurf von Münzen einen Titel abspielt, den der Gast aus einem eingebauten Vorrat von Platten selbst auswählt. Im Deutschen heißt sie auch Musikbox. Ihre große Zeit waren die 1940er bis 1960er Jahre, als sie in Gaststätten, Bars und Diners stand; im deutschsprachigen Raum setzte sie sich mit dem Rock’n’Roll durch. Ein Möbel fürs Wohnzimmer ist sie nicht, das war die Musiktruhe.
Name der Jukebox
Das Wort kommt aus dem amerikanischen Englisch; Duden und DWDS führen die Jukebox als Femininum, das DWDS mit den Pluralformen Jukeboxes und Jukeboxen. Über den ersten Bestandteil sind sich die Quellen nur im Groben einig: Er stammt aus einem kreolischen Sprachraum und hatte einen anrüchigen Beiklang. Im Einzelnen übersetzt ihn das DWDS mit „derb”, der Duden mit „ungebärdig, außer Rand und Band”, die deutsche Wikipedia verbindet ihn mit humorvoll obszöner Musik, Tanz oder Sprache, die englische führt ihn über die „juke joints” auf ein Wort der Gullah-Sprache für „bawdy” zurück, und Merriam-Webster leitet ihn über ein dialektales Wort für Bordell ab.
Auch beim Alter des Wortes setzen die Quellen verschieden an. Merriam-Webster nennt 1939 als ersten Beleg, die englische Wikipedia 1940 als Beginn des Gebrauchs und fügt hinzu, dass die Hersteller das Wort wegen seines Rufs lange mieden. Die deutsche Wikipedia schreibt, offiziell habe man in den 1930er und frühen 1940er Jahren vom „Coin-Operated Phonograph” gesprochen; durchgesetzt habe sich „Jukebox” erst ab 1946 mit dem Modell AMI A.
Geschichte der Jukebox
Am Anfang steht ein münzbetriebener Phonograph, den Louis Glass 1889 im Palais Royal in San Francisco aufstellte; die englische Wikipedia nennt William S. Arnold als zweiten Erfinder. Wo die Jukebox im eigentlichen Sinn beginnt, sehen die beiden Wikipedias verschieden. Die englische lässt die Geschichte mit diesem Gerät beginnen. Die deutsche nennt es einen Vorgänger, weil der Gast dort noch keinen Titel wählen konnte, und sieht die erste Jukebox im Sinne der Definition in einer Patentanmeldung von Cyrus C. Shigley aus dem Jahr 1902.
Ihre Blüte hatte die Jukebox nach der englischen Wikipedia von den 1940er bis Mitte der 1960er Jahre, besonders in den 1950ern. Die deutsche nennt die 1940er mit ihren beleuchteten Plexiglas-Pilastern das „Golden Age” und die 1950er, in denen Heckflossen, Panoramascheiben und Chrom aus dem Autodesign übernommen wurden, das „Silver Age”. Führende Hersteller waren Wurlitzer, Seeburg, Rock-Ola und AMI. Im deutschsprachigen Raum wurde die Jukebox nach der deutschen Wikipedia in den 1950er Jahren durch die in Deutschland stationierten GIs populär, den Durchbruch brachte der Rock’n’Roll. Westdeutsche Hersteller bauten ab Anfang der 1950er Jahre. Für die DDR nennt derselbe Artikel zwei Daten, Ende 1959 im Abschnitt zur Geschichte und 1960 im Abschnitt zur DDR-Produktion; das erste Gerät wurde dort auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1960 gezeigt. Viele deutsche Geräte sahen nach der Wikipedia eher wie Möbel im Stil der Zeit aus.
Technik der Jukebox
Eine Jukebox enthält nach der deutschen Wikipedia zwischen 8 und 120 Platten, anfangs Schellackplatten, später Singles, seltener Kassetten und ab 1982 auch CDs. Gewählt wird nach dem Münzeinwurf über Tasten oder eine Wählscheibe. Bis Anfang der 1960er Jahre war die Greif- und Abspielmechanik meist sichtbar; danach verschwand sie hinter Titelhaltern oder bedrucktem Glas.
Die Jukebox in der Szene
Seit dem Rock’n’Roll-Revival der 1980er Jahre gibt es nach der deutschen Wikipedia in Deutschland eine aktive Sammlerszene; als größte Messe Europas nennt sie „Rock Around The Jukebox”, jährlich seit 1988 im niederländischen Rosmalen. Wer eine Musikbox der 1950er bis 1980er Jahre betreibt, ist nach dem Wikipedia-Artikel über die Single auf 7-Zoll-Singles aus Vinyl angewiesen, die es bis heute gibt. Bei noch älteren Geräten ist Vorsicht geboten: Nach der englischen Wikipedia waren Jukeboxen aus der Zeit vor dem Krieg mit schweren Tonarmen für die harten Schellackplatten gebaut und zerstören die weicheren 78er-Nachpressungen aus Vinyl, die in den 1990er Jahren für Sammler erschienen. Den Namen trägt im Register auch eine Tanzparty, die Jukebox Christmas Party-Night.
Abgrenzung der Jukebox
Jukebox und Musikbox sind zwei Wörter für dasselbe Gerät: Die deutsche Wikipedia stellt sie gleich, der Duden beschreibt die Musikbox in ihrer ersten Bedeutung als Münzautomat mit einem Magazin von Platten, und der Thesaurus im DWDS führt beide als bedeutungsgleich. Nur kennt der Duden für Musikbox noch eine zweite Bedeutung, die Lautsprecherbox.
Das Möbel unter den Musikgeräten ist die Musiktruhe. Der Duden beschreibt sie als truhenartiges Möbelstück mit eingebautem Radio, oft mit Plattenspieler, und markiert sie als „früher”, das DWDS als historisch. Sie stand in der Wohnung, hatte keinen Münzeinwurf und keinen Titelvorrat, aus dem ein Fremder wählt. Ein falscher Freund ist schließlich das englische „music box”: Es meint nach der englischen Wikipedia die Spieldose, die mit Stiften auf einer Walze die Zungen eines Stahlkamms anreißt.
