Plateausohle
- Definition
- Eine Plateausohle ist eine auffallend dicke Schuhsohle, die den Fuß unter dem Ballen oder auf ganzer Länge anhebt.
- Kategorie
- Mode
- Englisch
- Platform sole
- Verwandte Begriffe
- Keilabsatz, Stiletto, Creepers, Peep Toe
- Abgrenzung
- Die Plateausohle wird oft mit dem Keilabsatz gleichgesetzt, weil beide die Sohle massiv machen. Die Plateausohle hebt den Vorderfuß oder den ganzen Fuß an; der Keilabsatz hebt die Ferse über den Vorderfuß und steigt nach hinten an. Ein Plateauschuh kann einen Keilabsatz haben, ebenso einen Block- oder Stilettoabsatz oder eine durchgehend gleich dicke Sohle; ein Keilabsatz kommt ohne Plateau aus.
Eine Plateausohle ist eine auffallend dicke Schuhsohle, die den Fuß unter dem Ballen oder auf ganzer Länge anhebt. Duden und DWDS nennen sie schlicht eine sehr dicke Schuhsohle; der Schuh, der auf ihr steht, heißt Plateauschuh. In der Vintage-Szene gehört die Plateausohle zu den Kork- und Holzsohlen der späten dreißiger und vierziger Jahre, im allgemeinen Sprachgebrauch eher zur Mode der Siebziger.
Form der Plateausohle
Nach der deutschen Wikipedia ist das Plateau meist drei bis zehn Zentimeter stark, die englische nennt fünf bis zehn. Wie hoch der Absatz ausfallen kann, hängt nach der deutschen Wikipedia an der Höhe des Plateaus. Unter der Ferse kann die Sohle durchgehend gleich dick sein, als Keilabsatz weiterlaufen oder einen eigenen Block- oder Stilettoabsatz tragen. Merriam-Webster beschreibt die Plateausohle von innen: als meist dicke Schicht, etwa aus Kork, zwischen Brand- und Laufsohle.
Grundsätzlich kann jeder Schuh eine Plateausohle bekommen — Sandale, Clog, Pumps, Stiefel. Das DWDS nennt als typisches Material Kunststoff; die englische Wikipedia zählt für die 1970er Kork, Holz, Krepp und Gummi auf.
Geschichte der Plateausohle
Dicke Sohlen gibt es seit Jahrhunderten und in vielen Kulturen. Beide Wikipedias nennen die Zoccoli im Venedig des 15. Jahrhunderts als Vorläufer; nach der englischen sollten sie die Füße trocken halten, wenn die Gassen überflutet waren. Die englische Wikipedia führt die Reihe weiter bis zum griechischen Theater, den japanischen Geta und den Trippen, mit denen man in europäischen Städten über den Straßenschmutz stieg.
Wann die heutige Plateausohle beginnt, beantworten die Quellen verschieden. Die deutsche Wikipedia lässt Plateauschuhe in heute üblicher Form erst Ende der 1960er Jahre aufkommen, und der Duden ordnet sie besonders der Mode der 1970er zu. Die englische Wikipedia und das Bulletin des britischen Schuhforschungsinstituts SATRA setzen den modernen Plateauschuh dagegen in die 1930er Jahre. Nach der englischen Wikipedia entwarf Moshe (Morris) Kimel Anfang der dreißiger Jahre die erste moderne Fassung für Marlene Dietrich — eine Angabe, die an keiner weiteren geöffneten Quelle hängt; SATRA spricht nur allgemein von Schuhdesignern. Ab 1936 fertigte Salvatore Ferragamo Plateaus in vielen Höhen, und im Sommer 1937 kamen hohe Korksohlen in europäischen Badeorten in Mode.
Im Krieg wurde aus der Mode eine Notlösung. SATRA beschreibt, wie Ledermangel und das Verbot, Gummi für Nichtnotwendiges zu verwenden, die Schuhmacher ab 1939 zu Kork, Holz und anderen Stoffen zwangen. Nach der englischen Wikipedia blieben Plateausohlen bis Ende der vierziger Jahre beliebt und verschwanden Mitte der fünfziger, als Diors neue Silhouette den schlanken Schuh verlangte. 1967 brachte Roger Vivier sie für Yves Saint Laurent zurück, und in den frühen siebziger Jahren trugen sie Frauen und Männer gleichermaßen. Beide Linien sind also richtig, sie meinen nur verschiedene Wellen: Wer von Plateausohlen der Siebziger spricht, meint die zweite, die erste lag dreißig Jahre davor.
Die Plateausohle in der Szene
Für einen Look der vierziger Jahre ist die Plateausohle die naheliegende Wahl, für die fünfziger weniger: Nach der englischen Wikipedia war sie Mitte der Fünfziger aus der Mode, Schuster boten sogar an, Plateaus abzunehmen. Die fünfziger Jahre gehörten nach derselben Quelle dem Stiletto. Die englische Wikipedia beschreibt auch, wie die Siebziger sich die Vierziger vorstellten — mit Knöchelriemen, offener Spitze und Schleife auf dem Blatt, also etwa als Peep Toe auf Plateau —, und merkt an, dass die Plateauschuhe der vierziger Jahre in Wirklichkeit viel vielfältiger waren.
Abgrenzung der Plateausohle
Am häufigsten wird die Plateausohle mit dem Keilabsatz verwechselt, weil beide die Sohle massiv machen und oft gemeinsam auftreten. Der Unterschied liegt darin, wo der Schuh erhöht wird. Die Plateausohle hebt nach der deutschen Wikipedia den Vorderfuß oder den ganzen Schuh, der Keilabsatz hebt die Ferse über den Vorderfuß. Ein Plateauschuh kann einen Keilabsatz haben, ebenso aber einen Block- oder Stilettoabsatz oder gar keinen Absatz, wenn die Sohle überall gleich dick ist. Und ein Keilabsatz braucht kein Plateau.
Auch die dicke Sohle der Creepers wird oft für ein Plateau gehalten; warum der Eintrag zu den Creepers das anders sieht, steht dort.
