Pinstriping
- Definition
- Pinstriping ist das dekorative Aufbringen sehr dünner Zierlinien, meist auf Fahrzeugen, um deren Konturen zu betonen.
- Kategorie
- Autos
- Deutsch
- Linierung
- Verwandte Begriffe
- Hot Rod, Custom Car, Kustom Kulture, Rat Rod
- Abgrenzung
- Pinstriping ist kein Nadelstreifen. Das englische Wort pinstripe meint beides, im Deutschen aber heißt das Stoffmuster in Anzügen Nadelstreifen und das Malen von Zierlinien auf Fahrzeugen Pinstriping oder Linierung — gemeinsam ist beiden nur die Wortwurzel. Pinstriping ist auch kein Airbrush: Airbrush sprüht Flächen und Bilder, Pinstriping zieht Linien mit dem Pinsel, und in den 1970er Jahren hat das eine das andere als Fahrzeugschmuck weitgehend verdrängt. Und das Tribal, das um 1990 mit ähnlich abstrakten Formen aufkam, wird laut der deutschen Wikipedia fast nie gemalt, sondern geklebt, gedruckt oder tätowiert.
- Weblinks
- Wikipedia
Pinstriping ist das dekorative Aufbringen sehr dünner Zierlinien, meist auf Fahrzeugen, um deren Konturen zu betonen. Im Deutschen heißt das Handwerk auch Linierung, der Ausübende Pinstriper oder Linierer. In der Vintage-Szene ist meist die freie, ornamentale Form gemeint, die in den 1950er Jahren in der Hot-Rod- und Custom-Car-Szene Südkaliforniens entstand — nicht das Stoffmuster, das im Englischen ebenfalls pinstripe heißt.
Pinstriping als Handwerk
Der Pinstriper zieht die Linien freihändig mit einem Spezialpinsel, dem Schwertschlepper, dessen Form die englische Wikipedia als „schwertförmig” beschreibt; ein anderes Werkzeug ist das Beuglerrad, das die Farbe über ein kleines Rad abrollt. Gearbeitet wird meist mit Kunstharzlack. Die Linien stehen in der Regel in einer Kontrastfarbe und sollen die Rundungen der Fläche hervorheben; nebenbei verdecken sie kleine Kratzer.
Ob auch aufgeklebte Linien dazugehören, sehen die beiden Quellen verschieden: Die englische Wikipedia zählt dünnes Vinylband ausdrücklich zu den Pinstripes, neben den gemalten. Die deutsche beschreibt das Klebeband dagegen als das, was die Linierung ab Werk ersetzt hat — bis etwa Mitte der 1950er Jahre beschäftigten viele Fahrzeughersteller eigene Berufslinierer, oft Frauen. Von Hand liniert Rolls-Royce laut der englischen Wikipedia bis heute die Zierlinie seiner Wagen.
Geschichte des Pinstriping
Zierlinien sind alt; die deutsche Wikipedia führt sie bis auf römische Streitwagen zurück und schreibt, dass sie über Jahrhunderte brav den Konturen folgten, vom Buchdeckel bis zum Fahrradrahmen. Neu war die freie Form: Etwa 1953 tauchten laut der deutschen Wikipedia in Südkalifornien verschlungene, bizarre Liniengewirre auf umgebauten Autos auf, erst auf Handschuhfachdeckeln, zwei Jahre später um Kühlergrill, Radläufe und Kofferraumdeckel.
Wer diesen Freistil begründete, beantworten die Quellen nicht gleich. Die deutsche Wikipedia schreibt die Erfindung „im Allgemeinen” Von Dutch zu, also Kenneth Howard (1929–1992), und nennt Tommy the Greek (Tommy Hrones) seinen Vorreiter. Die englische Wikipedia nennt Von Dutch, Dean Jeffries, Dennis „Gibb” Gibbish und Ed „Big Daddy” Roth gemeinsam die Begründer des modernen Pinstriping und datiert die Bewegung auf „die frühen 1950er Jahre”; Tommy the Greek und Dean Jeffries führt sie als die Vorbilder, auf die sich viele frühe Striper berufen.
Von etwa 1965 bis 1985 war das Interesse laut der deutschen Wikipedia fast erloschen: Erst lösten Popmusik und Hippie-Ideale die Custom-Car-Welle ab, dann verdrängte Airbrush die Linie als Fahrzeugschmuck. Wiederentdeckt wurde Pinstriping in den frühen 1990er Jahren von Leuten, die die frühen Customstile zurückholten — nach derselben Quelle oft Retro-begeisterte Rockabillys, die ihre Autos in matter Grundierung lackierten und auf altes Zubehör Wert legten.
Stile des Pinstriping
Das Freestyle Pinstriping ist meist, aber nicht zwingend symmetrisch und besteht aus vielen gleich dünnen Linien in einer oder mehreren Farben, die ein abstraktes Ornament aus Parallelen, Spitzen, Winkeln und Bögen bilden. Eine Unterart ist das Scrollwork, das sich ganz in Schnörkeln ergeht. Pinstriper treffen sich laut der deutschen Wikipedia zu oft nicht öffentlichen Panel Jams: Anders als auf einer Car Show werden dort Tafeln und gestripte Gegenstände gezeigt und angefertigt, und oft arbeiten mehrere Striper gemeinsam an einer Tafel.
Pinstriping in diesem Register
Pinstriping gehört zur Kustom Kulture, die den Pinstriper zu ihren Berufen zählt, und schmückt vor allem Hot Rods und Custom Cars. Den gleichnamigen Stoff behandelt der Eintrag Nadelstreifen. Mehr zum Umfeld steht auf der Autoseite Hot Rod, Custom Car, Kustom Kulture.
