Victory Rolls
- Definition
- Victory Rolls sind eine Damenfrisur der 1940er Jahre, bei der Haarpartien toupiert, zu wulstförmigen Rollen eingedreht und an den Kopfseiten oder auf dem Oberkopf festgesteckt werden.
- Kategorie
- Frisuren
- Verwandte Begriffe
- Pin-up, Burlesque, Rockabilly
- Abgrenzung
- Victory Rolls werden oft mit Pin Curls in einen Topf geworfen, weil beide zum Pin-up-Stil gehören und beide mit Haarnadeln arbeiten. Pin Curls sind aber keine Frisur, sondern eine Lockentechnik: Feuchtes Haar wird von der Spitze zum Ansatz eingedreht, festgesteckt, getrocknet und ausgebürstet. Victory Rolls sind die fertige Frisur aus toupierten, eingerollten Partien; Pin Curls liefern nach der englischen Wikipedia die weichen Locken, die den Look ergänzen. Zweitens ist "Victory Roll" kein ursprünglicher Frisurenname allein: Das Wort bezeichnete auch eine Flugfigur und, laut Lauren Rennells, in den 1940ern sogar ein Brötchen. Und was 1941 als "Victory Roll" beschrieben wurde, war nach Rennells womöglich eher eine Rolle im Nacken als die Rollen über der Stirn, die man heute so nennt.
Victory Rolls sind eine Damenfrisur der 1940er Jahre, bei der Haarpartien toupiert, zu wulstförmigen Rollen eingedreht und an den Kopfseiten oder auf dem Oberkopf festgesteckt werden. Sie gehören zur Mode des Zweiten Weltkriegs und gelten heute als kennzeichnende Frisur des Pin-up-Stils. Eine Lockentechnik wie die Pin Curls sind sie nicht, sondern die fertige Frisur.
Wie Victory Rolls aussehen
Die englische Wikipedia beschreibt dicke, wurstförmige Rollen über den Ohren oder auf dem Kopf, deren offene Seite nach vorn zeigt. Getragen wurden sie paarweise oder als einzelne Rolle. Das Haar wird dafür toupiert, eingerollt, festgesteckt und mit Haarspray fixiert. Eine Anleitung der Royal Voluntary Service zeigt den Kern des Handgriffs: Eine Partie wird angehoben, um zwei Finger gewickelt, zur Kopfhaut hin eingerollt und dicht am Finger festgesteckt.
Geschichte der Victory Rolls
Am verbreitetsten waren Victory Rolls nach der englischen Wikipedia zwischen 1940 und 1945; danach setzten sich glattere Frisuren durch. Älter ist die Form selbst. Lauren Rennells, Betreiberin der Seite Vintage Hairstyling, zeigt dieselbe Rolle schon in einem amerikanischen Friseurmagazin von 1938, damals noch ohne Namen. HJ, eine britische Friseurfachzeitschrift, erklärt die Verbreitung mit der Kriegsarbeit: Frauen in Fabriken mussten das Haar aus den Maschinen halten und rollten den sichtbaren Teil auf.
Woher der Name Victory Rolls kommt
Gesichert ist nur, dass der Name in die Kriegsjahre fällt. Wofür er steht, ist offen, und die Quellen sagen das unterschiedlich deutlich. Die englische Wikipedia nennt vier Erklärungen nebeneinander: eine Flugfigur, mit der Piloten einen Sieg feierten; den praktischen Nutzen für Fabrikarbeiterinnen und Soldatinnen; die „V for Victory”-Kampagne, auf die eine Notiz der Melbourner Zeitung The Argus von 1941 die in London aufkommende Frisur zurückführt; und die V-Form der Frisur selbst. Den Urheber kenne man nicht.
HJ zählt drei dieser Theorien auf, nennt die Flugfigur die verbreitetste und schreibt weiter unten trotzdem, der Name stamme von ihr. Rennells belegt lediglich, dass „victory roll” zuerst die Flugfigur bezeichnete, und sieht die Frage durch Melbourner Zeitungsnotizen von 1941 und 1943 geklärt, darunter die Argus-Notiz. Sie weist zudem darauf hin, dass Anzeigen von 1942 und 1947 eher eine Rolle im Nacken meinen könnten als die Rollen über der Stirn, die heute so heißen.
Victory Rolls in der heutigen Szene
Die englische Wikipedia verbindet Victory Rolls eng mit Pin-up-Models und nennt ihre Wiederkehr auf Vintage-Partys und in der Swing-Tanzszene. Im Artikel über Pin-up-Models erscheinen sie als typische Frisur dieses Stils, dessen Wettbewerbe es auch auf dem Rockabilly-Festival Viva Las Vegas gibt. HJ nennt sie einen Favoriten der Pin-ups und ein Markenzeichen der Burlesque-Darstellerin Dita Von Teese. Wie weit das trägt, zeigt die Anleitung der Royal Voluntary Service: Sie stammt von einer Jive-Tanzlehrerin und empfiehlt die Frisur für Vintage-Partys und Feiern zum Kriegsende. Mehr zu Frisuren der Szene steht im Überblick Rockabilly-Frisuren.
Victory Rolls und Pin Curls
Pin Curls sind eine Technik, keine Frisur. Nach dem Wikipedia-Artikel über Pin-up-Models wird feuchtes Haar von der Spitze zum Ansatz eingedreht, festgesteckt und nach dem Trocknen zu weichen Locken ausgebürstet. Victory Rolls entstehen dagegen aus toupiertem Haar, das zur Rolle gelegt wird; die Pin Curls liefern dazu die Locken, die den Pin-up-Look abrunden.
