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V101-05 · Frisur

Rockabilly-Frisuren: Pompadour, Ducktail, Flat Top und Victory Rolls

Art
Liste
Themenbereich
Frisur
Veröffentlicht
4. Oktober 2026
Autor
markus

Rockabilly-Frisuren sind die Haarschnitte und Frisuren, die die Szene um den Rockabilly aus den 1940er und 1950er Jahren übernommen hat. Bei Männern sind das vor allem Pompadour, Ducktail und Flat Top, bei Frauen die Victory Rolls aus der Pin-up-Mode. Diese Liste beschreibt jede Frisur knapp, sagt, woher die Zuordnung zur Szene stammt, und verweist für die Einzelheiten auf die Lexikoneinträge.

Welche Frisuren zum Rockabilly-Look gehören

Dass Frisuren überhaupt zur Szene zählen, ist der Ausgangspunkt: Nach der englischen Wikipedia verband sich der Pompadour in den 1980er Jahren mit der Rockabilly-Kultur, und Friseure der Szene werben damit. Der KS Barbershop in Berlin-Steglitz etwa bietet „Flat Tops, Crew Cuts, Pompadour (Elvis Tolle) oder was immer Ihr Euch für Euren Rockabilly Stil wünscht”. Wie das auf einer großen Veranstaltung aussieht, beschreibt ein Bericht von Rise Up Daily von der 29. Ausgabe des Rockabilly-Festivals Viva Las Vegas: Pin-ups mit Victory Rolls, Rockabillies und Greaser mit sorgfältig gelegten Pompadours.

Die Liste folgt dieser Reihenfolge — erst die Männerfrisuren, dann die der Frauen. Was zum Look als Ganzem gehört, steht im Artikel Der Rockabilly-Look.

Pompadour: die Rockabilly-Frisur schlechthin

Der Pompadour ist das hoch und nach hinten gekämmte Volumen über der Stirn, bei der Männerfrisur der 1950er Jahre mit Brylcreem oder Pomade gehalten. Elvis Presley und James Dean prägten nach der englischen Wikipedia den hohen, gefetteten Quiff-Pompadour; in den 1980er Jahren verband sich die Frisur mit der Rockabilly-Kultur.

Wie die Elvis-Frisur heißt, beantworten die Quellen verschieden. Die englische Wikipedia sagt Pompadour, die deutsche nennt im Artikel zur Haartolle die Tolle, populär gemacht von Bill Haley und Elvis Presley, und im Artikel zur Pomade den „Ducktail (Entenschwanz) oder Pompadour” von Elvis. Der KS Barbershop setzt beides gleich: „Pompadour (Elvis Tolle)“. Gemeint ist in allen Fällen die Kombination aus hochgekämmter Stirnpartie und nach hinten gelegten Seiten.

Auch beim Namen sind die Quellen uneins. Die deutsche Wikipedia nennt Madame de Pompadour eine der frühesten Trägerinnen der Frisur, die englische sagt, ihre Haartracht habe mit dem Pompadour nichts gemein, weil sie das Haar flach nach hinten trug. Ausgeführt ist das im Lexikoneintrag Pompadour.

Ducktail: der Hinterkopf zur Tolle

Der Ducktail beschreibt, was am Hinterkopf geschieht: Das gefettete Haar wird an beiden Seiten nach hinten gekämmt und läuft in einer Mittellinie vom Wirbel bis in den Nacken zusammen, die an den Schwanz einer Ente erinnert. Englische Namen sind Duck’s Tail und Duck’s Ass, britisch Duck’s Arse; die deutsche Wikipedia übersetzt ihn im Artikel zur Pomade als Entenschwanz. Weil er so viel Pomade brauchte, trug er nach der englischen Wikipedia zur Bezeichnung „Greaser” bei.

Wer ihn erfunden hat, ist nur behauptet. Der Friseur Joe Cirello aus Philadelphia sagte nach der englischen Wikipedia, er habe ihn 1940 erfunden; Merriam-Webster belegt das Wort erst ab 1948. Und so verbreitet, wie das Bild der Zeit nahelegt, war er nicht: Selbst unter Teddy Boys und Rockern trug ihn nach derselben Quelle nur eine Minderheit. Mehr im Lexikoneintrag Ducktail.

Flat Top: der kurze Schnitt der jüngeren Generation

Der Flat Top ist ein kurzer Herrenschnitt, bei dem das aufrecht stehende Deckhaar zu einer ebenen Fläche geschnitten wird; Seiten und Hinterkopf sind sehr kurz. Die englische Wikipedia nennt ihn eine klassische Kurzhaarfrisur, beliebt im frühen und mittleren 20. Jahrhundert, gehalten mit Wachspomade, in den 1950er Jahren „Butch Wax” genannt, und alle zwei bis drei Wochen nachzuschneiden.

In der britischen Szene markierte er Ende der 1970er Jahre einen Generationswechsel. Der DJ Dell Richardson erzählt Vintage Rock, wie junge Leute mit Fotos von Mac Curtis und Charlie Feathers zu Tony’s Barbers in Harrow gingen und einen „US-style flat top” verlangten — auf dem einen Stuhl ein Ted für seinen Ducktail, auf dem nächsten ein Hep Cat mit dem neuen Look. Wer Flat Top und Ducktail verbinden will: Die englische Wikipedia nennt das „Flat-Top Boogie” oder „Flat-Top with Fenders”. Mehr im Lexikoneintrag Flat Top.

Die Frisur der Teddy Boys

Die britischen Teddy Boys der 1950er Jahre trugen nach der englischen Wikipedia langes, kräftig gefettetes Haar mit einem Quiff vorn und an den Seiten nach hinten gekämmt zum Duck’s Arse; daneben gab es den „Boston”, glatt zurückgekämmt und im Nacken gerade abgeschnitten. Die Teds des Revivals in den 1970er Jahren trugen auffällige Pompadours mit langen Koteletten und nahmen zur Pomade Haarspray dazu.

Für die jungen Rockabilly-Fans Ende der 1970er Jahre war das die Frisur der Älteren: In der Dokumentation „Born Too Late” von 1978 sieht man nach Dell Richardson noch die Tollen der Teds und daneben die ersten Flat Tops. Aus dieser jüngeren Generation ging der Neo-Rockabilly hervor.

Quiff und Wedge im Psychobilly

Im Psychobilly wird der Pompadour nach der englischen Wikipedia abgewandelt: Beim „Psychobilly Wedge” sind die Seiten rasiert, und die Mitte wird wie ein Pompadour nach hinten gelegt und aufgestellt. Die deutsche Wikipedia nennt als auffälligstes Merkmal des Psychobilly den Flat Top mit abrasierten Seiten, dessen Deckhaar von hinten nach vorn flach ansteigt und oft zu einer großen Tolle gestylt wird.

Victory Rolls: die Rockabilly-Frisur der Frauen

Victory Rolls sind wulstförmig eingedrehte Rollen, die über den Ohren an den Kopfseiten oder auf dem Oberkopf sitzen, mit einer offenen Locke nach vorn. Sie entstehen nach der englischen Wikipedia durch Toupieren, Eindrehen, Feststecken und Locken; am beliebtesten waren sie von 1940 bis 1945, im Zweiten Weltkrieg, danach wurden glattere Frisuren Mode. Dieselbe Quelle verbindet sie eng mit Pin-up-Models und nennt ihre Wiederkehr auf Vintage-Partys und in der Swing-Tanzszene.

Für die Rockabilly-Szene ist die Verbindung über den Pin-up belegt. Die englische Wikipedia nennt die Victory Rolls eine kennzeichnende Pin-up-Frisur und erwähnt den Pin-up-Wettbewerb auf dem Rockabilly-Festival Viva Las Vegas; der Bericht von Rise Up Daily von dessen 29. Ausgabe beschreibt Pin-ups mit Victory Rolls, roten Lippen und Vintage-Silhouetten.

Pin Curls: die Technik hinter den Locken

Pin Curls sind weniger eine Frisur als eine Technik. Nach der englischen Wikipedia zum Pin-up waren sie die wichtigste Lockentechnik der Frauen und sind ein fester Bestandteil des Pin-up-Stils: Das feuchte Haar wird von den Spitzen zum Ansatz eingedreht und festgesteckt, trocken ausgebürstet ergibt es weiche, volle Locken. Eine eigene Zuordnung der Pin Curls zur Rockabilly-Szene nennt keine der geöffneten Quellen; sie stehen hier, weil die Pin-up-Frisuren auf ihnen aufbauen.

Der Bettie-Page-Pony

Der kurze, gerade Pony von Bettie Page, dem bekanntesten Pin-up der 1950er Jahre, hat eine praktische Herkunft. Nach der englischen Wikipedia riet ihr der Fotograf Jerry Tibbs 1950 zum Pony, damit ihre hohe Stirn bei Aufnahmen kein Licht reflektierte; er wurde bald zu ihrem Markenzeichen. Mitte der 1980er Jahre trugen Frauen nach derselben Quelle „Bettie bangs” — beschrieben wird das allerdings für die Galerieeröffnungen der Künstlerin Olivia De Berardinis, zusammen mit Fetischmode und Tätowierungen von Page.

Als Rockabilly-Frisur führen den Pony vor allem Ratgeber- und Händlerseiten. Eine Quelle aus der Szene selbst fand sich dafür nicht, und darum ordnet ihn diese Liste nicht dem Rockabilly-Look zu, sondern dem Pin-up, wo er belegt ist.

Häufige Fragen

Wie nennt man die Rockabilly-Frisur?

Meist Pompadour. Die englische Wikipedia verbindet den Pompadour ab den 1980er Jahren ausdrücklich mit der Rockabilly-Kultur, und ein Bericht von der 29. Ausgabe des Rockabilly-Festivals Viva Las Vegas beschreibt Pompadours bei Rockabillies und Greasern. Daneben gehören Ducktail und Flat Top dazu; der Berliner KS Barbershop bietet für den „Rockabilly Stil" Flat Tops, Crew Cuts und Pompadour an.

Wie nennt man die Frisur von Elvis?

Je nach Quelle Pompadour, Tolle oder Ducktail. Die englische Wikipedia spricht vom hohen Quiff-Pompadour, die deutsche nennt im Artikel zur Haartolle die Tolle und im Artikel zur Pomade den „Ducktail (Entenschwanz) oder Pompadour" von Elvis; der KS Barbershop schreibt „Pompadour (Elvis Tolle)". Gemeint ist meist dieselbe Kombination: vorn hochgekämmtes Volumen, an den Seiten nach hinten gelegt.

Was ist eine Rockabilly-Frisur bei Frauen?

Am besten belegt sind die Victory Rolls, wulstförmig eingedrehte Rollen über den Ohren oder auf dem Oberkopf. Sie stammen aus den 1940er Jahren, gelten als kennzeichnende Pin-up-Frisur und stehen in einem Bericht von der 29. Ausgabe des Rockabilly-Festivals Viva Las Vegas. Die Grundtechnik dahinter sind Pin Curls.

Welche Frisur trug man in den 50er Jahren?

Männer, die sich am Rock 'n' Roll orientierten, trugen den Pompadour, oft mit Ducktail am Hinterkopf, gehalten mit Pomade oder Brylcreem; daneben war der kurze Flat Top beliebt, nach der englischen Wikipedia im frühen und mittleren 20. Jahrhundert. Wie viele den Ducktail tatsächlich trugen, ist strittig: Die englische Wikipedia nennt es eine Minderheit, selbst unter Teddy Boys und Rockern.

Verwandt mit Rockabilly-Frisuren: Pompadour, Ducktail, Flat Top und Victory Rolls

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