Petticoat tragen: Rock, Länge, Sitz und Pflege
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- Petticoat
- Erwähnte Begriffe
- Petticoat, Unterrock, Reifrock, Rockabilly, Rock'n'Roll-Tanz
- Veröffentlicht
- 2. Oktober 2026
- Autor
- markus
Einen Petticoat trägt man in der natürlichen Taille, unter einem Rock, der weit genug ist, und in derselben Länge wie dieser Rock. Mehr Regeln braucht es für den Anfang nicht — die übrigen sind Geschmack, und an einer Stelle, der Frage nach der sichtbaren Rüsche, sogar ein alter Streit. Welches Stück man überhaupt braucht, klärt der Vergleich Petticoat, Reifrock oder Unterrock; hier geht es darum, wie man es trägt.
Zuerst der Rock
Ob ein Petticoat gut aussieht, entscheidet sich am Rock darüber. Er muss so viel Weite haben, dass sich die Lagen darunter ausbreiten und beim Gehen mitschwingen können. Ist der Rock zu schmal für das Volumen, staut sich der Petticoat und steht als starre Glocke ab — Peggy Sue Vintage, ein Fachgeschäft für Vintage-Mode, vergleicht das Ergebnis mit einem Lampenschirm.
Am besten passen Tellerröcke, also sehr weite Röcke, und schwingende Kleider im Stil der 1950er Jahre. Falten- und Plisseeröcke eignen sich nach derselben Beratung grundsätzlich nicht, Volantröcke nur bedingt. Für einen Rock aus dem eigenen Schrank gibt es einen einfachen Test: flach auf den Tisch legen. Ergibt er nur ein schmales Dreieck, ist er für einen Petticoat wahrscheinlich zu eng geschnitten.
Wie viel Volumen der Petticoat haben soll, hängt am Rock. Ein leicht ausgestellter Rock verträgt nur wenig, ein schwerer, weiter Stoff braucht dagegen viel, sonst zeigt sich überhaupt keine Wirkung, und ein leichter einlagiger Petticoat sieht darunter aus wie ein gewöhnlicher Unterrock. Weil ein Petticoat ohne Rock darüber deutlich bauschiger wirkt als darunter, wird er am besten zusammen mit dem Kleid anprobiert.
Die richtige Länge
Der Petticoat soll so lang sein wie der Rock. Gemessen wird der Rock ab der Unterkante des Taillenbunds, nicht ab der Taille selbst. Ist der Petticoat kürzer, knickt der Rock an der Stelle ab, an der die Stütze endet, und bildet eine harte Kante.
Im Handel sind drei Längen in Zoll verbreitet: 20 Zoll (50,8 cm) für knielange Röcke, 23 Zoll (58 cm) für knieumspielende und 26 Zoll (66 cm) für wadenlange. Das sind die Standardlängen eines Händlers, keine Norm — wer einen Rock kürzen lässt, nimmt deshalb den Petticoat zur Anprobe mit. Kleine Frauen brauchen übrigens keinen kürzeren Petticoat: Auch die Originalkleider der Fünfziger waren knieumspielend oder wadenlang und wurden von Frauen jeder Größe so getragen.
Der Sitz in der Taille
Der Gummibund gehört in die natürliche Taille, oberhalb der Hüftknochen. Wer den Petticoat tiefer auf die Hüfte zieht, hat beim Laufen und Tanzen einen Petticoat, der nach unten wandert. Der hohe Sitz ist für Trägerinnen moderner Kleidung zunächst ungewohnt, aber er ist der Zweck der Sache: Der Petticoat betont die schmalste Stelle des Körpers und formt so die Sanduhr-Silhouette, die zur Mode der Fünfziger gehört.
Gewählt wird der Petticoat in der gewöhnlichen Kleidergröße, weil der Bund dehnbar ist. Einen zusätzlichen Unterrock darunter braucht es nicht — der Petticoat ist selbst einer.
Darf der Petticoat hervorschauen?
Das ist die Frage, an der sich Stile scheiden. Für einen zeitgetreuen Fünfziger-Look schließt der Petticoat bündig mit dem Rocksaum ab. Der Grund ist schlicht: Er war Unterwäsche, und Unterwäsche zeigte man nicht. Wie ernst das genommen wurde, zeigt der Streit, der 1958 darüber aufkam, ob Petticoats länger als die Überbekleidung und damit öffentlich sichtbar sein dürften.
Im heutigen Rockabilly-Stil gilt das lockerer: Die unterste Rüsche darf unter dem Saum hervorblitzen. Wo die Grenze liegt, ist Geschmack. Peggy Sue Vintage zieht sie dort, wo der halbe Petticoat unter dem Rock heraushängt oder ganz ohne Rock darüber getragen wird — ausdrücklich als persönliche Meinung.
Was dazu passt
Damit die Taille sichtbar bleibt, die der Petticoat formt, ist das Oberteil entweder taillenkurz oder in den Rock gesteckt. Dasselbe gilt für Jacken: taillenkurz oder mit Schößchen, im Sommer etwa ein Bolero. Ein Stretchgürtel betont die Taille zusätzlich. Bei den Schuhen ist die Spanne groß, von Pumps über Ballerinas bis zu schlichten Stoffturnschuhen fürs Tanzen; abgeraten wird nur von klobigen Modellen.
Bei der Farbe rät dieselbe Beratung zu einem Kontrast zum Rock und für den Anfang zu Weiß oder Schwarz. Unter dünnen oder hellen Stoffen kann ein farbiger Petticoat allerdings durchscheinen.
Wer tanzt, vor allem akrobatischen Rock’n’Roll mit Überwürfen, trägt unter dem Petticoat meist Pettipants, rüschenverzierte Höschen aus Baumwolle oder Kunstfaser; eine schlichte Radlerhose erfüllt denselben Zweck. Beim Hinsetzen braucht ein voluminöser Petticoat etwas Aufmerksamkeit, mehr nicht: Anders als ein Reifrock gibt er nach.
Pflege des Petticoats
Vor dem Tragen werden die Lagen auseinandergezogen, damit sie sich gegeneinander abstützen und das Volumen aufbauen. Bei Waschen und Lagern gehen die Ratschläge zweier Fachhändler auseinander. Der Tanzausstatter Dance-Fit rät, so selten wie möglich zu waschen — meist reiche Auslüften —, und dann von Hand und ohne Zusätze. Peggy Sue Vintage wäscht seine weichen Polyestertüll-Modelle im Woll- oder Schonwaschgang, in einem Kopfkissenbezug oder großen Wäschenetz. Einig sind sich beide: kein Trockner. Peggy Sue Vintage nennt außerdem ausdrücklich keinen Weichspüler, Dance-Fit keine Heizung; getrocknet wird der Petticoat locker auf dem Wäscheständer oder auf links gedreht am Bund hängend.
Auch beim Aufbewahren widersprechen sich die beiden offen. Dance-Fit empfiehlt, den Petticoat weder gequetscht noch hängend zu lagern, sondern locker zusammengerafft in einem Baumwollbeutel, und warnt vor verschlossenen Plastikbeuteln wegen Stockflecken. Peggy Sue Vintage schreibt dagegen, die eigenen Modelle ließen sich ohne Volumenverlust klein zusammendrücken und für längere Pausen sogar im Vakuumbeutel verstauen. Lässt die Standfestigkeit mit den Jahren nach, stellt Sprühstärke nach Dance-Fit einen Teil des Volumens wieder her — ausdrücklich nur einen Teil. Wer ein bestimmtes Stück pflegt, hält sich am besten an die Anleitung seines Herstellers.
Häufige Fragen
Darf der Petticoat unter dem Kleid hervorschauen?
Das hängt vom Look ab. Für einen zeitgetreuen Fünfziger-Look schließt der Petticoat mit dem Rocksaum ab, denn er galt damals als Unterwäsche. Im modernen Rockabilly-Stil darf die unterste Rüsche sichtbar sein. Schon 1958 wurde öffentlich darüber gestritten, ob Petticoats länger als die Überbekleidung sein dürfen.
Wie lang muss ein Petticoat sein?
So lang wie der Rock darüber, gemessen ab der Unterkante des Taillenbunds. Ist er kürzer, knickt der Rock an seinem unteren Rand ab und bildet eine harte Kante. Ein Fachhändler führt als Standardlängen 20 Zoll (50,8 cm) für knielange, 23 Zoll (58 cm) für knieumspielende und 26 Zoll (66 cm) für wadenlange Röcke.
Was ist ein Petticoat-Kleid?
Ein Kleid mit weit schwingendem Rock im Stil der 1950er Jahre, unter dem ein Petticoat getragen wird. Das Wort steht nicht in den Wörterbüchern; es ist eine Bezeichnung des Handels. Entscheidend ist der Rock, nicht das Oberteil — er muss weit genug sein, damit sich der Petticoat darunter entfalten kann.
Brauche ich unter dem Petticoat noch einen Unterrock?
Nein. Der Petticoat ist selbst eine Form des Unterrocks. Unter dem Petticoat werden meist Pettipants getragen, rüschenverzierte Höschen, die beim Tanzen mit Überwürfen unerwünschte Einblicke verhindern.
