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V101-01 · Musik

Rhythm and Blues

Definition
Rhythm and Blues ist ein Musikstil afroamerikanischer Musiker der USA aus den 1940er Jahren, eine rhythmisch stark akzentuierte Form des Blues, aus der der Rock'n'Roll hervorging.
Kategorie
Genres
Ab
1940
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Rhythm and Blues meint hier den Stil der 1940er und 1950er Jahre, nicht das heutige R&B. Seit den 1980er Jahren steht das Kürzel für eine Verbindung von Pop, Soul und später Hip-Hop, die die deutsche Wikipedia als Contemporary R&B getrennt führt. Dazwischen hat der Begriff mehrfach die Bedeutung gewechselt: Mitte der 1950er Jahre umfasste er auch Gospel und Soul, in den 1970er Jahren diente er als Sammelname für Soul und Funk. Zweite Verwechslung: Rhythm and Blues und Jump Blues werden oft gleichgesetzt; der Autor Robert Palmer tat das, AllMusic trennt beide wegen des stärkeren Gospel-Einflusses im Rhythm and Blues.

Rhythm and Blues ist ein Musikstil, der in den 1940er Jahren in afroamerikanischen Gemeinschaften der USA entstand und eine rhythmisch stark akzentuierte Form des Blues spielte. Er war die populäre Musik der schwarzen Bevölkerung seiner Zeit, und aus ihm ging der Rock’n’Roll hervor. Gemeint ist hier dieser Stil der 1940er und 1950er Jahre, nicht das heutige R&B.

Merkmale von Rhythm and Blues

Der Duden beschreibt Rhythm and Blues als Musikstil, der einen stark akzentuierten Rhythmus mit der Melodik des Blues verbindet. Gespielt wurde er von kleinen Bands: Nach der deutschen Wikipedia bestanden sie aus einer Rhythmusgruppe und wenigen Bläsern, nach der englischen typischerweise aus Klavier, ein oder zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Saxofon, manchmal mit Begleitgesang. Viele Bands verpflichteten sogenannte Shouter als Sänger, etwa Big Joe Turner. Als Leitinstrument löste nach der deutschen Wikipedia die elektrische Gitarre in der Nachfolge von T-Bone Walker das Klavier ab.

Nach der deutschen Wikipedia war Rhythm and Blues ganz auf die Unterhaltung des Publikums ausgelegt, und zweideutige Texte waren eine Grundlage des Erfolgs. Die englische beschreibt etwa die Konzerte des Saxofonisten Paul Williams als so ausgelassen, dass sie mehr als einmal abgebrochen wurden.

Entstehung von Rhythm and Blues

Die deutsche Wikipedia erklärt die Entstehung wirtschaftlich: Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten Radiosender keine teuren Big Bands mehr an, sondern spielten Schallplatten, und an die Stelle der großen Orchester traten kleinere Besetzungen. Die englische Wikipedia nennt als Wurzeln unter anderem Blues, Jazz, Gospel, Boogie-Woogie, Jump Blues und Swing.

Als ersten großen Star nennt die deutsche Wikipedia Louis Jordan; die englische zählt ihn zu denen, die in den 1940er Jahren die Grundlage des Stils legten. Seine Band, die Tympany Five, bestand nach der englischen Wikipedia aus ihm an Saxofon und Gesang sowie Trompete, Tenorsaxofon, Klavier, Bass und Schlagzeug; 1948 belegte er mit drei Titeln drei der ersten fünf Plätze der R&B-Hitparade. Weitere Musiker der Zeit sind nach der deutschen Wikipedia unter anderem Fats Domino, Ruth Brown, Etta James, Johnny Otis und Dinah Washington.

Der Name Rhythm and Blues

Rhythm and Blues ersetzte nach beiden Quellen als Gattungsname den älteren Begriff „Race Music”, den die deutsche Wikipedia als diskriminierend empfunden beschreibt. Übereinstimmend steht in beiden, dass die Musikzeitschrift Billboard ab 1949 eine ihrer Hitparaden so nannte; die englische Wikipedia datiert das auf Juni 1949 und nennt als Vorläufer die 1942 begonnene Liste „Harlem Hit Parade”.

Wann und durch wen der Begriff entstand, erzählen die Quellen verschieden. Die deutsche Wikipedia lässt ihn 1941 nach einem Tantiemenstreit zwischen der Verwertungsgesellschaft ASCAP und den amerikanischen Rundfunkanstalten aufkommen und schreibt, geprägt haben „soll” ihn Jerry Wexler, damals Journalist und später Produzent bei Atlantic Records. Die englische Wikipedia schreibt Wexler die Prägung für 1948 zu, als er für Billboard arbeitete, hält aber fest, dass das Wort in Billboard schon 1943 auftauchte. Sie erwähnt außerdem, dass die Plattenfirma RCA Victor 1948 schwarze Musik unter dem Namen „Blues and Rhythm” vermarktete. Gesichert ist damit nur der Billboard-Name ab 1949; die Jahre 1941, 1943 und 1948 stehen je in einer Quelle, und Wexlers Urheberschaft gibt die deutsche Wikipedia selbst nur als Behauptung wieder.

Abgrenzung von Rhythm and Blues

Die häufigste Verwechslung betrifft das heutige R&B. Die deutsche Wikipedia führt es als eigenen Stil, Contemporary R&B, der in den 1980er Jahren aufkam, Pop, Funk und Soul verband und seit den 1990er Jahren stark vom Hip-Hop geprägt ist. Das Kürzel R&B steht heute meist für diesen Stil, nicht für den Rhythm and Blues der 1940er Jahre.

Auch dazwischen hat der Begriff nach der englischen Wikipedia mehrfach die Bedeutung gewechselt: Anfang der 1950er Jahre stand er oft für Blues-Aufnahmen, ab Mitte der 1950er Jahre auch für Musik mit Gospel- und Soul-Anteil, und in den 1970er Jahren diente er als Sammelname für Soul und Funk. Dazu kommt die Grenze zum Jump Blues, die nicht einheitlich gezogen wird: Der Autor Robert Palmer verwendete R&B als Synonym dafür, AllMusic trennt beide wegen des stärkeren Gospel-Einflusses im Rhythm and Blues.

Rhythm and Blues und Rock’n’Roll

Für die Szene, die dieses Register beschreibt, ist Rhythm and Blues die zweite große Wurzel neben der Countrymusik. Die deutsche Wikipedia beschreibt den Rock’n’Roll als die von Weißen gespielte und produzierte Form des Rhythm and Blues. Die englische Wikipedia zitiert einen Artikel des Wall Street Journal von 1985, nach dem beide Begriffe bis etwa 1957 austauschbar verwendet wurden; den Nachweis dieses Artikels markiert sie selbst als unvollständig. Auch der Doo-Wop hat nach der deutschen Wikipedia seine Wurzeln im Rhythm and Blues.

Im Rockabilly trifft der Rhythm and Blues auf die ländliche Musik der weißen Südstaatler: Der Duden beschreibt Rockabilly als Verbindung von Rhythm and Blues und Hillbillymusic.

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