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V101-01 · Musik

Jump Blues

Definition
Jump Blues ist eine schnelle Spielart des Blues, die von einer kleinen Combo mit dominanter Bläsergruppe gespielt wird.
Kategorie
Genres
Ab
1937
Bis
1955
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Jump Blues ist nicht der langsame, gitarrengetragene Blues, an den die meisten beim Wort Blues denken. Die Gitarre gehört hier zur Rhythmusgruppe, die Melodie führen Saxofon und Bläsersatz, und das Tempo ist Tanztempo. Zweite Verwechslung: Jump Blues ist keine Big-Band-Musik. Er entstand gerade dadurch, dass Veranstalter statt einer Big Band eine fünf- bis siebenköpfige Combo engagierten — der Sound ist der einer Sparfassung, und genau daraus wurde ein eigener Stil.

Jump Blues ist eine schnelle Spielart des Blues, die vor allem in den 1940er Jahren in den USA populär war und von einer kleinen Combo mit dominanter Bläsergruppe gespielt wurde. Sie steht am Übergang von der Big-Band-Ära zum Rhythm and Blues und gilt beiden geöffneten Quellen als Vorläufer des Rock’n’Roll. Für die Tanzszene ist sie bis heute Repertoire, nicht Geschichte.

Merkmale von Jump Blues

Kennzeichnend sind Blechbläser, ein treibender Rhythmus, stark synkopierter Gesang und häufig komödiantische Texte. Die Gitarre führt hier nicht, sie gehört zur Rhythmusgruppe — das ist der auffälligste Unterschied zu anderen Spielarten des Blues. Die Melodie tragen röhrende Saxofonsoli. Die englische Wikipedia beschreibt zusätzlich die Verbindung aus dem Rhythmus des Boogie-Woogie und einer raueren Fassung des Saxofonspiels der Swing-Ära, dazu Jive-Talk und Wechselgesang zwischen Sänger und Band.

Entstehung von Jump Blues

Der Anlass war wirtschaftlich. Nach Angaben der englischen Wikipedia setzten sich kleine Formationen durch, weil Agenten und Saalbetreiber sie zu deutlich geringeren Kosten für Jitterbug-Tanzabende engagieren konnten als eine Big Band; typisch waren fünf bis sieben Musiker mit Saxofon, Bass, Schlagzeug sowie Klavier und/oder Gitarre. Aus der Sparfassung wurde ein eigener Stil.

Prägend waren Louis Jordan, Big Joe Turner und Wynonie Harris, dazu nennt die englische Wikipedia Roy Brown und Charles Brown. Die deutsche Wikipedia hebt hervor, dass diese Musiker zu den ersten afroamerikanischen Künstlern gehörten, die auch außerhalb des als „Race Music” abgetrennten Marktes kommerziell erfolgreich waren.

Der Name Jump Blues

Die deutsche Wikipedia weist darauf hin, dass die Musik zunächst als „Blues and Rhythm” firmierte und erst später „Rhythm and Blues” genannt wurde. Das erklärt, warum dieselben Aufnahmen je nach Quelle unter zwei Genrenamen auftauchen: Was sich änderte, war zunächst die Bezeichnung des Marktsegments. Die englische Wikipedia ergänzt, dass der Ausdruck „rock and roll” im Jump Blues noch eine sexuelle Nebenbedeutung trug, bevor er Mitte der 1950er Jahre entschärft wurde.

Jump Blues heute

Nach Angaben der englischen Wikipedia erlebte der Stil in den 1990er Jahren im Zuge des Swing-Revivals neue Aufmerksamkeit. In der Tanzszene ist er als Musik erhalten geblieben — die deutsche Wikipedia zum Tanz Boogie-Woogie führt Jump Blues ausdrücklich unter dem, wozu dort getanzt wird.

Als Nachbarbegriffe führt dieses Register Boogie-Woogie — dessen Rhythmus die englische Wikipedia ausdrücklich als Bestandteil des Jump Blues nennt —, außerdem Doo Wop als die vokale Spielart desselben Marktsegments und Lindy Hop als benachbarten Swing-Tanz.

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