Boogie-Woogie
- Definition
- Boogie-Woogie ist ein perkussiver Klavierstil des Blues, bei dem die linke Hand eine durchlaufende Bassfigur spielt und die rechte darüber Off-Beat-Figuren setzt.
- Kategorie
- Genres
- Verwandte Begriffe
- Jump Blues, Lindy Hop, Rockabilly, Western Swing, Boogie-Woogie-Tanz
- Ab
- 1900
- Herkunftsland
- USA
- Abgrenzung
- Der häufigste Irrtum steht im Terminkalender: „Boogie-Woogie" heißt in Europa auch ein Paartanz, beschrieben im Eintrag Boogie-Woogie-Tanz. Beide tragen denselben Namen und gehören nicht zusammen — getanzt wird Boogie-Woogie nach Angabe der deutschen Wikipedia überwiegend zu Rock'n'Roll, Rockabilly, Rock, Jump Blues und Swing, also gerade nicht zur gleichnamigen Musik. Zweite Verwechslung: Der Klavierstil ist kein Jazz-Stil, sondern eine Spielart des Blues, auch wenn ihn Jazzmusiker aufgegriffen haben.
Boogie-Woogie ist ein perkussiver Klavierstil des Blues, bei dem die linke Hand eine durchlaufende Bassfigur spielt und die rechte darüber bluesorientierte Off-Beat-Figuren setzt. Er entstand im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in den USA und erreichte seine größte Verbreitung in den 1930er und 1940er Jahren. In Europa heißt so außerdem ein Paartanz, der hier einen eigenen Eintrag hat: der Boogie-Woogie-Tanz.
Merkmale von Boogie-Woogie
Britannica beschreibt den Stil als stark perkussives Blues-Klavier, in dem die rechte Hand synkopierte, sich wiederholende Figuren gegen ein treibendes Muster gleichbleibender Achtel in der linken setzt — einen Ostinato-Bass. Die Harmonik folgt dem Blues-Schema, das Tempo liegt über dem des klassischen Blues. Der Stil ist damit von der linken Hand her gedacht: Sie trägt Rhythmus und Harmonie zugleich, und genau das macht ihn ohne Begleitband spielbar.
Entstehung von Boogie-Woogie
Beide Quellen legen die Entstehung in das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts und in den Südwesten der USA; Britannica nennt frühe Bezeichnungen wie „fast Western style” und „Western rolling blues”. Die deutsche Wikipedia führt die Vorgeschichte weiter zurück, zu Eisenbahnarbeitern in Texas in den 1870er Jahren, und nennt Marshall in Texas als offiziellen Geburtsort.
Prägend waren in den späten 1920er Jahren Pinetop Smith und Jimmy Yancey — Britannica schreibt Smith die Prägung des Begriffs zu —, im Boom der 1930er und 1940er Jahre dann Albert Ammons, Pete Johnson und Meade „Lux” Lewis. Ihren bekanntesten Auftritt hatten diese drei 1938 in der Carnegie Hall in New York; Britannica bezeichnet dieses Konzert als Höhepunkt der Popularität des Stils. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie rasch zurück.
Boogie-Woogie als Tanz
Boogie-Woogie ist auch der Name eines Gesellschafts- und Turniertanzes aus der Familie der Swing-Tänze; die Bezeichnung für den Tanz ist nach der deutschen Wikipedia auf Europa beschränkt. Beschrieben ist er im Eintrag Boogie-Woogie-Tanz. Getanzt wird er nach derselben Quelle überwiegend nicht zum Klavierstil, der ihm den Namen gab, sondern zu Rock’n’Roll, Rockabilly, Rock, Jump Blues und Swing. Wer in einem Terminkalender der Szene auf das Wort stößt, muss deshalb aus dem Zusammenhang schließen, ob Musik oder Tanz gemeint ist.
