Termin melden

V101-05 · Frisur

Quiff

Definition
Ein Quiff ist eine meist von Männern getragene Frisur, bei der das Haar vorn am Kopf nach oben gebürstet wird, während Hinterkopf und Seiten kürzer sind.
Kategorie
Frisuren
Abgrenzung
Quiff, Pompadour und Tolle werden gleichgesetzt, und ein Wörterbuch tut es ausdrücklich: Cambridge nennt Pompadour das amerikanische Wort für den britischen Quiff. Die übrigen Quellen trennen. Merriam-Webster kennt den Quiff als britisches Wort für eine auffällige Stirnlocke, also einen Teil des Kopfes, nicht die ganze Frisur. Die englische Wikipedia beschreibt ihn als Mischung aus Pompadour, Flat Top und manchmal Irokesen und im Psychobilly als Abwandlung des Pompadours. Die deutsche Tolle ist kein sicheres Gegenstück: Das DWDS beschreibt sie als welliges Haarbüschel, das in die Stirn hängt, die deutsche Wikipedia als hochgeformte Welle. Der Ducktail ist die Partie am Hinterkopf, mit der der Quiff bei den Teddy Boys kombiniert wurde, kein anderer Name für ihn.

Ein Quiff ist eine Frisur, bei der das Haar vorn am Kopf nach oben gebürstet wird, getragen meist von Männern. Im englischen Sprachraum ist er eng mit dem Pompadour verwandt und wird von manchen Wörterbüchern mit ihm gleichgesetzt, von anderen nur als dessen auffällige Stirnpartie verstanden. In der Szene steht der Quiff für die britischen Teddy Boys der 1950er Jahre und für den Psychobilly.

Wie ein Quiff aussieht

Das Cambridge Dictionary beschreibt den Quiff als Frisur, meist von Männern getragen, bei der das Haar an der Vorderseite des Kopfes nach oben gebürstet wird. Nach der englischen Wikipedia ist das Haar beim heutigen Quiff vorn länger und wird nach hinten hin kürzer; Seiten und Hinterkopf sind kurz geschnitten. Merriam-Webster fasst das Wort enger und erklärt es als britischen Ausdruck für eine auffällige Stirnlocke.

Woher das Wort Quiff kommt

Merriam-Webster nennt die Herkunft des Wortes unbekannt und datiert den frühesten bekannten Beleg auf etwa 1890. Die englische Wikipedia stellt zwei Herleitungen vor, vom französischen „coiffe” (Haube, Frisur) und vom niederländischen „kuif” (Schopf, Kamm), kennzeichnet beide aber selbst als unbelegt. Sie stehen hier deshalb nur als Vorschläge, nicht als Befund.

Im Deutschen ist das Wort nicht angekommen: Weder der Duden noch das DWDS führen einen Eintrag „Quiff”.

Geschichte des Quiffs

Die englische Wikipedia beschreibt den Quiff als Reaktion auf die kurzen, strengen Männerhaarschnitte der Nachkriegszeit. Diese Einordnung stützt sich dort auf einen einzigen Magazinartikel und steht in Spannung zum Wortbeleg: Wenn Merriam-Webster das Wort schon um 1890 kennt, ist zumindest der Name älter als die Mode der 1950er. Nach derselben Wikipedia kam die Frisur in Europa Anfang der 1980er Jahre wieder auf und erlebte in den 1990er Jahren eine weitere Welle.

Der Quiff bei Teddy Boys und im Psychobilly

Bei den britischen Teddy Boys war der Quiff laut englischer Wikipedia fester Bestandteil des Looks: langes, kräftig gefettetes Haar, vorn als Quiff hochgeformt, an den Seiten nach hinten gekämmt zum Ducktail. Gehalten wurde das mit Mitteln wie Brylcreem oder Pomade, die der Artikel zum Pompadour für den hohen Quiff-Pompadour der 1950er nennt.

Im Psychobilly wird der Pompadour nach der englischen Wikipedia leicht abgewandelt zum Quiff. Daneben steht der „Psychobilly Wedge”, eine Mischung aus Irokese und Pompadour: Die Seiten sind rasiert, die Mitte wird nach hinten gelegt und aufgestellt. Der Wikipedia-Artikel zum Psychobilly beschreibt außerdem einen Quiff im Stil der 1950er oder einen Flat Top, oft gebleicht und mit ausrasierten Seiten und Nacken.

Abgrenzung des Quiffs

Quiff und Pompadour werden in den Quellen unterschiedlich zueinander gestellt. Das Cambridge Dictionary nennt Pompadour schlicht die amerikanische Entsprechung zum britischen Quiff. Merriam-Webster meint mit Quiff nur die Stirnlocke. Die englische Wikipedia sieht im Quiff eine eigene Form, die Pompadour, Flat Top und manchmal einen Irokesen verbindet. Gemeinsam ist allen drei Fassungen das hochgebürstete Haar über der Stirn; ob das schon die ganze Frisur ist, beantworten sie verschieden.

Die deutsche Tolle ist kein verlässliches Gegenstück. Das DWDS beschreibt sie als welliges Haarbüschel, das in die Stirn hängt, die deutsche Wikipedia dagegen als Frisur, deren vorderes Haar zu einer Welle nach oben geformt wird. Nur die zweite Fassung kommt dem Quiff nahe. Und der Ducktail ist kein Synonym, sondern die Partie am Hinterkopf, mit der der Quiff bei den Teddy Boys kombiniert wurde.

Verwandt mit Quiff

Fehler melden oder etwas ergänzen