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V101-05 · Frisur

Ducktail

Definition
Ein Ducktail ist eine Männerfrisur, bei der das Haar an beiden Seiten nach hinten gekämmt wird und am Hinterkopf in einer Kante zusammenläuft, die an den Schwanz einer Ente erinnert.
Kategorie
Frisuren
Verwandte Begriffe
Pompadour, Pomade, Flat Top, Teddy Boy
Abgrenzung
Der Ducktail ist kein anderer Name für den Pompadour, auch wenn Quellen beide in einem Atemzug nennen. Der Pompadour ist das hochgekämmte Volumen über der Stirn, der Ducktail die Frisur am Hinterkopf, bei der die Seiten nach hinten gekämmt werden und zusammenlaufen. Beide werden oft kombiniert, und genau diese Kombination meint man, wenn man von der Elvis-Frisur spricht. Zweite Verwechslung: In der afroamerikanischen Kultur heißt "Ducktail" heute etwas ganz anderes, nämlich eine lang gewachsene Haarpartie im Nacken, ähnlich dem Rattenschwanz.

Ein Ducktail ist eine Männerfrisur, bei der das mit Pomade gefettete Haar an beiden Seiten nach hinten gekämmt wird und am Hinterkopf in einer senkrechten Kante zusammenläuft. Er wurde in den 1950er Jahren in der englischsprachigen Welt zum Erkennungszeichen junger Männer, die nicht dazugehören wollten, und gehörte in Großbritannien zum Bild der Teddy Boys. Der Name beschreibt nur den Hinterkopf; über der Stirn wird der Ducktail meist mit einer hochgekämmten Partie wie dem Pompadour kombiniert.

Der Name Ducktail

Der Name kommt laut Merriam-Webster von der Ähnlichkeit mit dem Schwanz einer Ente; als frühesten bekannten Beleg nennt das Wörterbuch das Jahr 1948. Die englische Wikipedia führt weitere Namen: Duck’s Tail, Duck’s Ass, im britischen Englisch Duck’s Arse, oder kurz D.A. Merriam-Webster verweist von Duck’s Ass auf Ducktail.

Der deutsche Name Entenschwanz ist schwach belegt. Er steht in der deutschen Wikipedia im Artikel zur Pomade, als Übersetzung in Klammern hinter „Ducktail”. Der Duden kennt das Wort nicht, und das DWDS hat nur einen maschinell erzeugten Eintrag ohne Bedeutung, dessen Beispielsatz einen geknoteten Stoffzipfel an einem Kleid meint. Einen eigenen Artikel zur Frisur hat die deutsche Wikipedia nicht.

Wie ein Ducktail gekämmt wird

Das Haar wird mit Pomade gefettet und an den Seiten des Kopfes nach hinten gekämmt, so dass die Seitenpartien wie die angelegten Flügel einer Ente aussehen. Mit der Kante der Kammzähne zieht man dann eine Mittellinie vom Wirbel bis in den Nacken: Dort laufen die beiden Seiten zusammen, und für viele sieht das Ergebnis aus wie das Hinterteil einer Ente.

Vorn ließ man das Haar entweder absichtlich unordentlich in die Stirn fallen, oder man kämmte es hoch und dann nach vorn zu einem „Elefantenrüssel”, der bis auf die Nasenwurzel hängen konnte. Wer die Frisur trug, kämmte sie über den Tag immer wieder nach; daraus wurde eine eigene Geste, den Kamm mit Zeige- und Mittelfinger aus der Gesäßtasche der Jeans zu ziehen. Weil die Frisur viel Pomade brauchte, trug sie laut der englischen Wikipedia zur Bezeichnung „Greaser” bei.

Die englische Wikipedia nennt mehrere Spielarten. Beim „Detroit” sind Seiten und Hinterkopf lang, der Oberkopf ist als Flat Top geschnitten; eine Fassung mit noch kürzerem Flat Top heißt „Flat-Top Boogie” oder „Flat-Top with Fenders”, wobei die langen Seiten die „Fenders” sind. In Kalifornien ließ man das Deckhaar länger und kämmte es zu einer Welle in Pompadour-Form, dem „Breaker”.

Geschichte des Ducktails

Wer die Frisur erfunden hat, ist nicht belegt, nur behauptet. Die englische Wikipedia gibt die Aussage des Friseurs Joe Cirello aus Philadelphia wieder, er habe den Ducktail 1940 erfunden und ihn nach der Musik der Zeit „The Swing” genannt. Das ist eine Selbstauskunft, die sich an weiteren Quellen nicht bestätigen ließ; Merriam-Webster belegt das Wort ab 1948.

In den 1950er Jahren wurde der Ducktail zur Frisur rebellischer junger Männer in der englischsprachigen Welt, besonders nachdem Elvis Presley ihn trug; Hollywood setzte ihn als Zeichen der wilden Jugend ein. Wie verbreitet er wirklich war, beurteilen die Quellen unterschiedlich. Der Artikel der englischen Wikipedia zu den Teddy Boys nennt den Duck’s Arse als deren bevorzugte Frisur, zusammen mit der Tolle vorn. Der Artikel zum Ducktail selbst sagt dagegen, nur eine Minderheit der Männer habe ihn tatsächlich getragen, selbst unter den britischen Rockern und Teddy Boys. Das Bild der Zeit und die Wirklichkeit der Zeit sind hier nicht dasselbe.

Der Ducktail in der Szene

In der britischen Szene der späten 1970er Jahre war der Ducktail die Frisur der Älteren. Vintage Rock zitiert einen DJ, der einen Friseur in Harrow beschreibt: Auf dem einen Stuhl saß ein Ted und bekam seinen Ducktail geschnitten, auf dem nächsten ein junger Rockabilly-Fan seinen neuen Flat Top. Der Ducktail steht damit für die Linie der Teddy Boys, der Flat Top für die jüngere Rockabilly-Generation.

Ohne Pomade ist die Frisur nicht zu machen. Die deutsche Wikipedia nennt den Ducktail neben der Haartolle und dem Pompadour als Grund dafür, dass Pomade Ende der 1950er Jahre ihren Höhepunkt erreichte.

Abgrenzung des Ducktails

Die häufigste Verwechslung ist die mit dem Pompadour, und die Quellen tragen dazu bei. Die englische Wikipedia nennt den Ducktail eine Variante des Pompadours; die deutsche schreibt vom „Ducktail (Entenschwanz) oder Pompadour” von Elvis, als wären es zwei Namen für dieselbe Frisur. Die eigene Beschreibung des Ducktails ist aber eindeutig: Er bestimmt, was am Hinterkopf geschieht, der Pompadour, was über der Stirn geschieht. Getragen wurden sie oft zusammen, und genau diese Kombination ist die Frisur, die man heute mit Elvis verbindet.

Die zweite Verwechslung ist eine des Wortes. In der afroamerikanischen Kultur bezeichnet „Ducktail” laut der englischen Wikipedia eine lang gewachsene Haarpartie im Nacken, ähnlich dem Rattenschwanz, wie ihn etwa einige amerikanische Profisportler trugen. Mit der gekämmten Frisur der 1950er Jahre hat das nur den Namen gemein.

Verwandt mit Ducktail

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