Slap-Bass
- Definition
- Slap-Bass ist eine Spielweise des Kontrabasses, bei der die Saiten so kräftig angerissen oder angeschlagen werden, dass sie auf das Griffbrett schlagen und zum Ton ein perkussives Klacken erzeugen.
- Kategorie
- Musiktechnik
- Englisch
- Slap bass
- Verwandte Begriffe
- Kontrabass, Rockabilly, Psychobilly, Western Swing
- Abgrenzung
- Slap-Bass meint in der Szene die Technik am Kontrabass, nicht das Slappen am E-Bass. Beide heißen Slap, sind aber verschiedene Bewegungen mit verschiedener Geschichte: Am Kontrabass werden die Saiten angerissen, bis sie aufs Griffbrett zurückschlagen, und der Klang ist perkussiv; am E-Bass schlägt meist der Daumen eine Saite am Ende des Griffbretts an, der Ton wirkt eher tonal, und die Technik stammt aus dem Funk der späten 1960er und 1970er Jahre. Und Slap-Bass ist kein Instrument — das Instrument ist der Kontrabass.
Slap-Bass ist eine Spielweise des Kontrabasses, bei der die Saiten so kräftig angerissen werden, dass sie auf das Griffbrett zurückschlagen und zu jedem Ton ein perkussives Klacken erzeugen. Die Technik stammt aus dem frühen Jazz und ist heute vor allem im Rockabilly und Psychobilly zu hören, wo der Bass mit ihr einen Teil der Rhythmusarbeit übernimmt. Gemeint ist die Technik am Kontrabass, nicht das Slappen am E-Bass, das erst im Funk entstand.
Spielweise des Slap-Bass
Die einfachste Form beschreibt die deutsche Wikipedia so: Die Saite wird vom Griffbrett weggezogen und schnellt zurück. Die englische nennt das eine kräftigere Form des Zupfens, bei der die Saite so stark angerissen wird, dass sie vom Griffbrett abprallt. Für höhere Tempi kommt ein zweiter Handgriff hinzu: Zwischen den gezupften Tönen schlägt die rechte Hand mit der flachen Hand oder einigen Fingern auf die Saiten, nach der englischen Wikipedia meist im Takt der Snare-Trommel. So entstehen aus einem Ton mehrere Schläge, und der Bass wird zum halben Schlaginstrument.
Was das Instrument dafür mitbringt — Darmsaiten, Tonabnehmer und Mikrofon für das Klacken, die Kunststücke auf der Bühne —, steht im Eintrag zum Kontrabass.
Geschichte des Slap-Bass
Wann die Technik entstand, geben die Quellen verschieden an. Die deutsche Wikipedia lässt sie sich seit den 1910er Jahren im Jazz entwickeln; bekannt gemacht habe sie Pops Foster, und 1924 entstanden Aufnahmen mit Steve Brown. Die englische führt sie auf Jazzbands in New Orleans in den frühen 1900er Jahren zurück und nennt neben Foster und Brown Bill Johnson, Wellman Braud und Chester Zardis. Beide Artikel weisen selbst darauf hin, dass ihnen Belege fehlen; ein genaues Jahr lässt sich aus ihnen deshalb nicht gewinnen.
Aus dem Jazz wanderte die Technik in den Western Swing und den Hillbilly Boogie und wurde nach der englischen Wikipedia ein Kernstück des frühen Rock’n’Roll in seiner country-geprägten Spielart, dem Rockabilly. Als bekannten Slap-Bassisten dieser Zeit nennt sie Bill Black, der mit Elvis Presley und Scotty Moore spielte. Die deutsche Wikipedia erklärt, warum die Technik gerade da gebraucht wurde: Seit den 1940er Jahren übertönten verstärkte Gitarren den Bass selbst in kleinen Besetzungen, und das Slappen machte ihn wieder hörbar.
Slap-Bass im Rockabilly und Psychobilly
Rock’n’Roll, Rockabilly und Psychobilly sind nach der deutschen Wikipedia die typischen Stile für den geslappten Kontrabass. Die englische beschreibt ihn als bis heute lebendig, vor allem bei Bassisten dieser beiden Szenen, und nennt Kim Nekroman von Nekromantix, Geoff Kresge von Tiger Army und Jimbo Wallace von The Reverend Horton Heat. Die besten von ihnen spielen danach schnelle Triolen-Slaps und zugleich eine Walking-Bass-Linie.
Slap-Bass am Kontrabass und Slap am E-Bass
Am E-Bass heißt die Technik genauso, ist aber eine andere Bewegung. Dort schlägt nach beiden Quellen meist der Daumen eine Saite am Ende des Griffbretts an, als Gegenbewegung wird eine Saite angerissen, das sogenannte Popping; die englische Wikipedia ordnet den Daumen den tiefen, Zeige- und Mittelfinger den hohen Saiten zu. Die Saiten schlagen auf die metallenen Bünde, was nach der englischen Wikipedia einen schnarrenden Ton ergibt; die deutsche beschreibt den Ton als eher tonal als perkussiv.
Auch die Herkunft ist eine andere. Beide Quellen führen das Slappen am E-Bass auf Larry Graham von Sly & the Family Stone zurück, die englische in die späten 1960er Jahre; verbreitet hat es sich im Funk und, nach der deutschen Wikipedia, in den 1970er Jahren auch im Fusion-Jazz. Wer im Rockabilly von Slap-Bass spricht, meint dagegen den Kontrabass und die ältere Technik aus dem Jazz.
