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Kontrabass

Definition
Der Kontrabass ist das tiefste und größte gebräuchliche Streichinstrument, mit meist vier in Quarten gestimmten Saiten, gespielt mit dem Bogen oder mit den Fingern.
Kategorie
Instrumente
Englisch
Double bass
Verwandte Begriffe
Rockabilly, Psychobilly, Rock'n'Roll
Abgrenzung
Der Kontrabass ist kein E-Bass. Beide heißen in der Szene oft einfach „Bass" und sind gleich gestimmt, aber der Kontrabass ist ein Streichinstrument mit hohlem Korpus und bundlosem Griffbrett, der E-Bass eine Bassgitarre mit massivem Korpus, Bünden und Tonabnehmern. Auch der E-Kontrabass ist etwas anderes: Er wird wie ein Kontrabass gespielt, hat aber keinen oder nur einen kleinen Resonanzkörper. Und Slap ist eine Spielweise, kein eigenes Instrument.

Der Kontrabass ist das tiefste und größte gebräuchliche Streichinstrument, eingesetzt vom Sinfonieorchester über den Jazz bis zum ursprünglichen Rock’n’Roll und Rockabilly. In diesen beiden Stilen wird er nicht gestrichen, sondern gezupft und oft geslappt, sodass er neben den Tönen auch den Rhythmus trägt. Gemeint ist das akustische Streichinstrument, nicht der E-Bass.

Merkmale des Kontrabasses

Ein gewöhnlicher Kontrabass hat vier Saiten, gestimmt in Quarten auf E, A, D und G — dieselbe Stimmung wie beim E-Bass, eine Oktave unter den vier tiefsten Saiten der Gitarre. Im Sinfonieorchester kommen auch Instrumente mit fünf Saiten vor. Ob der Kontrabass zur Familie der Geigen oder der Gamben gehört, ist nach beiden Quellen ungeklärt; er trägt Merkmale von beiden, etwa die F-Löcher und die Schnecke der Geige und die Quartstimmung und die abfallenden Schultern der Gambe.

Im Deutschen heißt er oft einfach Bass, volkstümlich Bassgeige; der Name Kontrabass kommt von der Kontra-Oktave, die er erreicht. Im Jazz, Blues und Rockabilly sagt man nach der englischen Wikipedia meist Upright Bass, um ihn vom E-Bass zu unterscheiden. Dort wird er gezupft und nicht gestrichen.

Der Kontrabass im Rock’n’Roll

In den frühen 1950er Jahren war der Kontrabass das übliche Bassinstrument des entstehenden Rock’n’Roll; die englische Wikipedia nennt Marshall Lytle von Bill Haley & His Comets als Beispiel. In manchen Gruppen ersetzte der geslappte Bass sogar das Schlagzeug: Bill Haley & His Saddlemen, die Vorgänger der Comets, spielten bis Ende 1952 ohne Schlagzeuger.

Die Nachteile zeigten sich im selben Jahrzehnt. Gegen Bläser und verstärkte Gitarren war der Kontrabass schwer zu hören, bei Verstärkung neigte er zu Rückkopplung, und auf Tournee war er unhandlich. 1951 brachte Leo Fender mit dem Precision Bass die erste kommerziell erfolgreiche elektrische Bassgitarre heraus; in den 1960er und 1970er Jahren verdrängte sie den Kontrabass aus der populären Musik. Seit Mitte der 1980er Jahre kehrt er nach der englischen Wikipedia zurück, getragen vom Interesse an älteren Formen von Folk und Country.

Slaptechnik auf dem Kontrabass

Beim Slappen werden die Saiten angerissen, sodass sie auf das Griffbrett zurückschlagen; zu jedem Ton kommt ein perkussives Klacken. Die deutsche Wikipedia lässt die Technik seit den 1910er Jahren entstehen, die englische beschreibt sie für viele Bassisten der 1920er und 1930er Jahre: Der geslappte Bass setzte sich gegen die Band durch und war auf den frühen Aufnahmen besser zu hören, die tiefe Frequenzen schlecht wiedergaben.

Wie es im Jazz weiterging, erzählen die Quellen verschieden. Die deutsche Wikipedia schreibt, seit dem Wechsel zur durchgehenden Viertelbegleitung, dem Walking Bass, spiele die Slaptechnik im Jazz keine Rolle mehr. Die englische zählt dagegen traditionellen Jazz und Swing zu den Stilen, in denen noch „manchmal” geslappt wird. Einig sind beide darin, wo die Technik weiterlebt: im Rock’n’Roll, im Rockabilly und im Psychobilly, der sie nach der englischen Wikipedia so weit trieb, dass der Bass praktisch zum Schlaginstrument wird.

Der Kontrabass auf der Bühne

Wer im Rockabilly slappt, spielt oft auf Darmsaiten: Sie schonen die Finger beim Anreißen und geben den dumpfen Klang der Aufnahmen aus den 1940er und 1950er Jahren. Weil Tonabnehmer das Klacken schlecht übertragen, kombinieren Bassisten im Rockabilly und Psychobilly nach der englischen Wikipedia einen Tonabnehmer für den Ton mit einem kleinen Mikrofon für den Anschlag. Für Bars und Tourneen sind Instrumente aus Schichtholz verbreitet, die Hitze, Feuchtigkeit und Transport besser vertragen.

Dazu gehört die Show. Die deutsche Wikipedia beschreibt Kunststücke, die bei Rockabilly-Kontrabassisten beliebt sind: das Surfen, bei dem der Musiker auf dem schräg gestellten Instrument steht, und das Reiten, bei dem er rittlings auf dem liegenden Bass sitzt. Die Instrumente dafür werden eigens verstärkt; ein gewöhnlicher Kontrabass kann dabei zu Schaden kommen.

Der Kontrabass in diesem Register

In diesem Register steht der Kontrabass in den Besetzungen von Rockabilly, Psychobilly und Neo-Rockabilly und bei der Band Boppin’B, deren Kontrabassist Didi Beck heißt. Die deutsche Wikipedia führt unter der Literatur zum Instrument ein Lehrbuch „Rockabilly Slapbass” von Didi Beck, erschienen 2009 in Walldorf, und die englische nennt einen deutschen Bassisten dieses Namens als Beispiel für schnelle Triolen-Slaps. Ob es sich um dieselbe Person handelt, sagen die geöffneten Quellen nicht ausdrücklich.

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