Western Swing
- Definition
- Western Swing ist eine Musikrichtung, die traditionelle texanische Musik mit Blues und Spielarten des Jazz verbindet und für den Tanzsaal gespielt wurde.
- Kategorie
- Genres
- Verwandte Begriffe
- Rockabilly, Boogie-Woogie, Lindy Hop
- Ab
- 1930
- Bis
- 1949
- Herkunftsland
- USA
- Abgrenzung
- Western Swing wird als Unterart der Countrymusik geführt, und genau das ist strittig: Die Musiker selbst verstanden ihre Musik als jazznäher, und die Besetzung mit Bläsern, Schlagzeug und Klavier spricht dafür. Zweite Verwechslung: Western Swing ist keine Spielart des Swing der Big-Band-Ära, sondern deren Gegenstück im Tanzsaal des Südwestens — gespielt auf Fiddle und Steel Guitar statt auf Bläsersätzen allein. Und mit „Western" ist die Region gemeint, nicht der Film.
Western Swing ist eine Musikrichtung, die Anfang der 1930er Jahre im Südwesten der USA entstand und traditionelle texanische Musik mit Blues und verschiedenen Spielarten des Jazz verband. Gespielt wurde sie für den Tanzsaal, nicht für die Bühne: Die Bands des Genres arbeiteten in den Tanzhallen von Texas und Oklahoma. Ob sie damit Country oder Jazz spielten, ist bis heute nicht einhellig beantwortet.
Merkmale von Western Swing
Die Besetzung ist der Kern des Genres, weil sie zwei Welten zusammenbringt. Auf der einen Seite die Streichinstrumente der ländlichen Tanzkapelle: Fiddle, Gitarre, Kontrabass, Mandoline, Banjo — und, als klanglich auffälligstes Merkmal, die Steel Guitar. Auf der anderen Seite das Instrumentarium der Jazzband: Saxofon, Trompete, Posaune, Klavier und Schlagzeug. Die englische Wikipedia hebt außerdem die frühe elektrische Verstärkung hervor, die dem Stil seinen Klang gab. Milton Brown setzte nach Angaben der deutschen Wikipedia als Erster einen Pianisten ein.
Entstehung von Western Swing
Als Begründer gelten zwei Bandleader. Milton Brown und seine Musical Brownies ab etwa 1932, und Bob Wills mit den Texas Playboys, die er 1933 zusammenstellte; die englische Wikipedia nennt für Wills die Jahre 1934 bis 1943 als Zeit der allabendlichen Auftritte im Cain’s Ballroom in Tulsa und führt die Light Crust Doughboys als erste professionelle Band des Genres. Brown starb 1936 bei einem Unfall.
Die Blütezeit lag in den 1930er und 1940er Jahren mit Zentren in Texas, Oklahoma und Kalifornien. Die deutsche Wikipedia sieht sie Ende der 1940er Jahre enden, unter anderem durch die Konkurrenz von Rockabilly und Rock’n’Roll; die englische nennt als weiteren Grund eine 1944 eingeführte Bundessteuer auf Tanzveranstaltungen. Ein Revival trägt seit den 1970er Jahren vor allem Asleep at the Wheel.
Der Name Western Swing
Beide Quellen datieren die Prägung des Begriffs auf 1942 — also rund ein Jahrzehnt nach der Musik selbst. Die englische Wikipedia führt sie auf den Discjockey „Foreman” Phillips zurück, der damit die Band von Spade Cooley bewarb, und nennt eine Billboard-Notiz vom Oktober 1944 über Cooleys Liederbuch „Western Swing” als Beleg für die weitere Verbreitung des Wortes.
Einordnung von Western Swing
Hier gehen die Quellen auseinander. Die englische Wikipedia führt Western Swing schlicht als Untergenre der traditionellen Countrymusik. Die deutsche nennt die Einordnung als Country-Subgenre umstritten und verweist auf Musiker, die ihre Musik selbst als dem Jazz ähnlicher beschrieben. Für ein Register ist der Widerspruch praktisch folgenreich: Wer Western Swing unter Country sucht, findet ihn — wer ihn unter Swing sucht, aber auch, und beide haben ein Argument.
Western Swing in diesem Register
Als Nachbarbegriffe führt dieses Register Rockabilly — den die deutsche Wikipedia neben dem Rock’n’Roll unter den Gründen für das Ende der Blütezeit nennt — sowie Boogie-Woogie und Lindy Hop. Die beiden letzten stehen hier als benachbarte Tanzmusik und benachbarter Tanz derselben Jahrzehnte; eine Abhängigkeit behaupten die geöffneten Quellen nicht.
