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Big Band

Definition
Eine Big Band ist ein großes Jazzensemble, in dem Saxofone, Trompeten und Posaunen jeweils als eigener Satz mehrfach besetzt sind und von einer Rhythmusgruppe begleitet werden.
Kategorie
Instrumente
Verwandte Begriffe
Swing, Jump Blues, Lindy Hop, Kontrabass
Herkunftsland
USA
Abgrenzung
Big Band bezeichnet eine Besetzung, keinen Stil. Die Swing-Ära wurde von Big Bands getragen, aber Swing ist die Musik und Big Band das Ensemble, das sie spielt — nach der deutschen Wikipedia steht der Begriff auch allgemein für große Tanzorchester, unabhängig von deren Stilrichtung, und die englische Wikipedia hält fest, dass Big Bands nie nur eine Musik gespielt haben. Zweite Verwechslung in diesem Register: Jump Blues ist keine Big-Band-Musik, sondern entstand aus ihrer Verkleinerung auf fünf bis sieben Musiker.

Eine Big Band ist ein großes Jazzensemble, in dem Saxofone, Trompeten und Posaunen jeweils als eigener Satz mehrfach besetzt sind und eine Rhythmusgruppe sie begleitet. Sie kam in den USA auf und war das Ensemble der Swing-Ära. Big Band bezeichnet die Besetzung, nicht den Stil: Swing ist die Musik, die Big Band das Orchester, das sie spielte.

Besetzung einer Big Band

Beide Wikipedias beschreiben dieselben Bausteine: einen Saxofonsatz, einen Blechbläsersatz aus Trompeten und Posaunen und eine Rhythmusgruppe aus Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug, wobei die englische Fassung Trompeten und Posaunen als zwei getrennte Sätze zählt. Im Bass steht der Kontrabass, heute oft auch der E-Bass. Nach der deutschen Wikipedia bilden vier bis fünf Instrumente einen Satz; die erste Stimme führt und übernimmt meist die Soli. Anders als der improvisationsbetonte Jazz stützt sich die Big Band auf ausgeschriebene Arrangements, und den Klang bestimmt nach der deutschen Wikipedia wesentlich der Arrangeur.

Wie groß eine Big Band mindestens sein muss, legen die Quellen nicht einheitlich fest. Die englische Wikipedia nennt meist zehn oder mehr Musiker und als häufigste Aufstellung siebzehn, rechnet Ensembles mit acht bis zehn Stimmen aber zugleich den „little big bands” zu. Die deutsche Wikipedia nennt keine Gesamtzahl.

Die Big Band in der Swing-Ära

Wann die Big Band entstand, datieren die Quellen verschieden. Die englische Wikipedia setzt die Anfänge in die frühen 1910er Jahre und nennt die Tanzkapelle des Schlagzeugers Art Hickman in San Francisco 1916, deren Arrangeur Ferde Grofé das Orchester in Sätze teilte. Die deutsche Wikipedia lässt Big Bands in den 1920er Jahren aufkommen, das Oesterreichische Musiklexikon erst während der Swing-Ära. Einig sind sich alle drei, dass die Big Band in den USA entstand und den Swing trug.

Zum Massenphänomen wurde sie nach der englischen Wikipedia erst um 1936; ihre stärkste Stellung im Jazz hatte sie in den frühen 1940er Jahren. Als prägende Orchester nennen die Quellen unter anderem die von Fletcher Henderson, Duke Ellington, Benny Goodman und Count Basie.

Die Big Band und der Tanz

Die Big Band spielte zuerst für Tanzsäle. Nach der englischen Wikipedia füllten sich die Ballsäle mit Jitterbug und Lindy Hop; sie schreibt sogar, Big Bands hätten als Begleitung des Lindy Hop begonnen. Das passt nicht zu ihrer eigenen Datierung in die 1910er Jahre, denn der Lindy Hop entstand nach dem Eintrag dieses Registers erst 1928. Gesichert ist die enge Bindung beider; mit dem Swing-Revival der späten 1990er Jahre in den USA kehrten nach derselben Quelle Lindy Hop und Big-Band-Klang gemeinsam zurück.

Von der Big Band zum Jump Blues

Während des Zweiten Weltkriegs verloren viele Big Bands Musiker an das Militär, und nach dem Krieg lösten sich viele auf, wie die englische Wikipedia beschreibt. Schon vorher zeigte sich die Sparfassung: Kleine Jump-Combos ließen sich nach dem englischen Artikel „Jump blues” deutlich billiger für Jitterbug-Tanzabende engagieren. Fünf bis sieben Musiker mit Saxofon, Bass, Schlagzeug und Klavier oder Gitarre ersetzten das Orchester, und daraus wurde der Jump Blues — ein Vorläufer von Rhythm and Blues und Rock’n’Roll.

Abgrenzung von Big Band

Big Band ist kein Musikstil. Die deutsche Wikipedia verwendet den Begriff auch allgemein für große Tanzorchester jeder Stilrichtung und kennt eigene Formen wie die Mambo-Bigband. Die englische Wikipedia räumt ein, dass „Big Band” manchmal als Genrename dient, betont aber, dass Big Bands nie nur eine Musik spielten. Wer auf einem Veranstaltungsplakat „Big Band” liest, erfährt also, wie viele Musiker auf der Bühne stehen, nicht, ob Swing gespielt wird.

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