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V101-01 · Musik

Skiffle

Definition
Skiffle ist ein Musikstil zwischen Folk, Blues und Jazz, der neben Gitarre und Banjo improvisierte Instrumente wie Waschbrett und Teekistenbass verwendet.
Kategorie
Genres
Abgrenzung
Skiffle wird oft als britische Frühform des Rock'n'Roll gelesen und damit in die Nähe des Rockabilly gerückt. Rockabilly entstand aber im Süden der USA aus Country-Musik und Rhythm and Blues, getragen von Gitarre und Kontrabass in Slap-Technik. Skiffle dagegen griff auf ältere amerikanische Folk- und Bluessongs zurück und wurde in Großbritannien auf Waschbrett, Teekistenbass und Akustikgitarre von Laien gespielt. Beide Stile trafen sich Mitte der 1950er Jahre beim britischen Publikum, sind aber verschiedene Musik. Zweite Verwechslung: Skiffle ist nicht dasselbe wie die amerikanische Jug-Band-Musik, auch wenn die britischen Gruppen sich an ihr orientierten.

Skiffle ist ein Musikstil zwischen Folk, Blues und Jazz, der neben Gitarre und Banjo auf einfachen oder selbst gebauten Instrumenten gespielt wird. Er entstand in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde Mitte der 1950er Jahre in Großbritannien zur Massenbewegung junger Laienmusiker. Skiffle ist nicht dasselbe wie Rockabilly, auch wenn beide in Großbritannien dasselbe Publikum erreichten.

Merkmale von Skiffle

Typisch ist die Mischung aus gekauften und improvisierten Instrumenten. Zu Gitarre und Banjo kommen Waschbrett als Rhythmusinstrument und ein Bass aus Waschwanne oder Teekiste; die deutsche Wikipedia nennt sogar Eimer, Tonne und Gießkanne. Gespielt wurden vor allem ältere amerikanische Folk- und Bluessongs in schnellem Tempo. Profigruppen wie Donegans Band traten ab 1956 allerdings mit Leadgitarre, Rhythmusgitarre, Kontrabass und Schlagzeug auf.

Amerikanische Wurzeln des Skiffle

In den Südstaaten der USA waren in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Jug Bands verbreitet, die Blues und Jazz auf Behelfsinstrumenten spielten. Die deutsche Wikipedia ordnet den frühen Skiffle der Partymusik der 1920er und 1930er Jahre zu, mit Anklängen an Barrelhouse und Boogie-Woogie. Auf Platte erscheint das Wort erstmals 1925, im Bandnamen von Jimmy O’Bryant and His Chicago Skifflers — darin stimmen beide Wikipedias überein. Beim Titel „Hometown Skiffle” aus dem Umfeld von Dan Burley nicht: Die deutsche Fassung datiert ihn auf 1934, die englische auf 1929. In der amerikanischen Musik verschwand der Begriff nach englischer Wikipedia in den 1940er Jahren.

Der Name Skiffle

Woher das Wort stammt, ist laut englischer Wikipedia unbekannt. Sie nennt einen Dialektbeleg aus dem Westen Englands von 1873, wo „to make a skiffle” so viel hieß wie eine Sache verpfuschen, und führt an, dass Skiffle im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts einer von vielen Slangausdrücken für eine Rent Party war, ein Fest gegen kleines Eintrittsgeld zur Begleichung der Miete. Die deutsche Wikipedia äußert sich zur Wortherkunft nicht. Das DWDS führt Skiffle als Maskulinum oder Neutrum.

Skiffle in Großbritannien

Die britische Welle wuchs aus der Trad-Jazz-Szene der Nachkriegszeit. In den Pausen der Band um Ken Colyer und Chris Barber spielte Lonnie Donegan mit zwei Begleitern auf Waschbrett und Teekistenbass. Wann die ersten britischen Aufnahmen entstanden, geben die Quellen verschieden an: Die deutsche Wikipedia nennt, gestützt auf Grove, 1951 durch Chris Barber und 1953 eine Rundfunkaufnahme in Paris, die englische Juni 1954 bei Decca.

Den Durchbruch brachte Donegans „Rock Island Line”, als Single im November 1955 erschienen und 1956 ein Hit in Großbritannien und den USA. Für die US-Charts nennen beide Quellen Rang 8, für die britischen nennt die deutsche Wikipedia ebenfalls Rang 8, die englische Rang 6. Weil kaum Geld für Instrumente nötig war, gründeten sich nach englischer Wikipedia Zehntausende Laiengruppen; aus einer davon, John Lennons Quarrymen, gingen die Beatles hervor. Das Ende der Welle setzt die englische Wikipedia auf Ende 1958, die deutsche auf 1959.

Skiffle und die Teddy Boys

Die beiden Skiffle-Artikel erwähnen die Teddy Boys nicht. Der englische Wikipedia-Artikel über die Teds nennt Skiffle neben Jump Blues, Rhythm and Blues und Jazz unter der Musik, zu der sie hörten und tanzten, bevor der Rock’n’Roll kam. Mehr als diese eine Zuordnung tragen die geöffneten Quellen nicht.

Abgrenzung von Skiffle

Rockabilly verbindet nach der deutschen Wikipedia Country-Musik mit Rhythm and Blues und stammt aus den Südstaaten der USA; Skiffle spielte amerikanische Folk- und Bluessongs auf Behelfsinstrumenten und blühte in Großbritannien. Uneinig sind die Quellen bei der Einordnung zum Jazz: Das DWDS beschreibt Skiffle nach dem Duden als „Vorform des Jazz”, beide Wikipedias dagegen als Stil, der Jazz neben Folk und Blues aufnimmt.

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